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Der Kyschtym-Unfall: Wie Menschen verstrahlt und unfreiwillig zu Versuchskaninchen wurden

Posted by forgottentruth - November 24, 2009

Vor ein paar Tagen gab es eine interessante Doku auf Arte, die mal wieder die GEZ-Gebühren wert war: „Albtraum Atommüll“. Nachdem ich die letzten Wochen in einigen Blogs wieder verstärkt über Probleme im deutschen Atommüll-Endlager Asse gelesen hatte (u.a. gab es dort Mitte September einmal mehr einen erhöhten Wasserzufluss, sowie Anfang Oktober einen Teileinsturz der Deckenkonstruktion), wollte ich mich mal etwas intensiver mit der Atommüllproblematik beschäftigen – da kam mir diese Doku wie gerufen. Dass daraus am Ende ein Artikel für meinen „Was geschah wirklich“-Blog rauskommen würde, bei dem einmal mehr eine Regierung die eigene Bevölkerung bewusst gesundheitlichen Gefahren aussetzt um sie quasi als Versuchskaninchen für Langzeitstudien zu benutzen, wusste ich zu Beginn der Doku nicht…

Vorweg: auf Youtube gibt es mehrere Mitschnitte der Doku – allerdings nur die Serie mit 11 Teilen scheint vernünftig zu funktionieren und vollständig zu sein. Diese habe ich am Ende des Artikels mit dem eingebetteten WordPress Player verlinkt. Außerdem ist das Thema, welches ich hier in dem Artikel herausgegriffen habe bei weitem nicht der einzigste „Aufreger“ aus der Doku – auch was offensichtlich in den Wiederaufbereitungsanlagen so vor sich geht, ist unglaublich…

Was hat es nun mit dem Kyschtym-Unfall auf sich? Nun, Ende der 40’er Jahre des vergangenen Jahrtausends wurde die 90 km² große kerntechnische Anlage Majak in Betrieb genommen. Anfänglich wurde dort in erster Linie waffenfähiges Plutonium hergestellt – später nutzte man das Areal auch als Atommüll-Endlager (und das nebenbei bemerkt bis heute).

Die Ungeheuerlichkeit begann nun damit, dass die atomaren Abfälle aus dieser Anlage in den ersten Jahren direkt und „ungefiltert“ in den Fluss Tetscha geleitet wurden. In der Folge stieg in der umliegenden Bevölkerung des weiteren Flusslaufs die Zahl an Erkrankungen durch Strahlungsschäden sprunghaft an, wobei die Menschen nicht darüber informiert wurde, dass der Aufenthalt in der Nähe des Flusslaufs gefährlich ist. Stattdessen wurde zum Schutz der Bevölkerung ab 1951 damit begonnen, die kontaminierten Abfälle in den Karatschai-See umzuleiten, was ebenfalls keine dauerhafte Lösung darstellte, sodass man ab 1953 Teile der Abfälle in Tanks umfüllte und diese lagerte.

1957 explodierte nun einer dieser Tanks, was laut Zeugenaussagen noch hunderte Kilometer entfernt als leuchtender Schein zu sehen war. Bei diesem Unfall, der heute als Kyschtym-Unfall bekannt ist, wurden große Mengen an radioaktivien Stoffen freigesetzt, wobei die Menge der freigesetzten Strahlung mit dem Unfall von Tschernobyl zu vergleichen ist. Allerdings wurde im Gegensatz zu diesem Unfall beim Kyschtym-Unfall das radioaktive Material nicht hoch in die Atmosphäre geschleudert, wodurch sich die Kontamination nur lokal und regional verteilt, was wiederum dazu führte, dass die Strahlung umso höher war.

Das unglaubliche ist nun, dass die Bevölkerung in den umliegenden Dörfern und Gemeinden nicht umgehend informiert und evakuiert wurde, sondern stattdessen irgendwelche Lügenmärchen über den Unfall erzählt wurden stattdessen die Menschen regelmäßigen Tests ausgesetzt wurden, wo offensichtlich der Verlauf von Strahlenerkrankungen dokumentiert werden sollte. Das erinnert alles irgendwie an die Syphilisstudie von Tuskegee. In Wikipedia steht dazu nicht viel – aber andeutungsweise ist zumindest von „zurückgehaltenen Informationen“ und „mangelnder Aufklärung“ die Rede:


Nach Angaben des Helmholtz Zentrum München wurden die Auswirkungen des Unfalls lange Zeit unterschätzt.

Durch die deshalb hohe Konzentration der Radioaktivität, aber auch durch mangelnde Aufklärung, die nicht flächendeckende Evakuierung der Gegend und unzureichende Entseuchung entstand ein hohes Maß an Schäden und insbesondere Folgeschäden in der betroffenen Region. Eine genaue Opferzahl kann kaum angegeben werden, da über Jahrzehnte Informationen zurückgehalten wurden und die Belastung andauert. Die Bevölkerung litt und leidet bis heute an einer hohen Zahl strahlungsbedingter Krankheiten wie Leukämie.

Interessantes Detail am Rande: selbst vor den westlichen Ländern wurde dieser Unfall geheim gehalten – erst 1976 gelangten erste Informationen an die Öffentlichkeit!

Wie immer soll dieser Beitrag keine vollständige Zusammenfassung der Vorkommnisse darstellen, sondern eher Anstöße zur eigenen Recherche geben 😉

Hier nun die Links zu den Youtube-Videos der Arte-Doku:

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