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Operation Northwoods: Inszenierte Anschläge in den USA sollten Kuba angelastet werden

Posted by forgottentruth - Oktober 6, 2009

Auch dies ist ein Fall, bei dem ich füher ungläubig mit dem Kopf geschüttelt und das ganze als Spinnerei abgetan hätte: die USA planten in den 60’er Jahren inszenierte Anschläge auf amerikanischem Boden, um sie anschließend Kuba anzulasten. Ziel solcher Aktionen sollte schlußendlich eine breite Zustimmung auf allen Ebenen für eine Kuba-Invasion der USA sein.

Niedergeschrieben wurden die Pläne in einem vom 13. März 1962 datierten – ursprünglich geheimen –  Dokument, das erst Ende der 90’er durch eine Anfrage auf Basis des Freedom of Information Act freigegeben wurde. Eine Kopie des Dokuments kann man hier herunterladen. Falls der Link irgendwann nicht mehr funktionieren sollte: ich habe eine lokal gespeicherte Kopie, die ich bei Bedarf auch hier auf WordPress hochladen kann.

Glücklicherweise wurden die Pläne nie umgesetzt, da der damalige Präsident John F. Kennedy den Plänen nicht zustimmte, aber wie nachfolgend in deutsch nachzulesen, waren die „Vorschläge“ für die möglichen Anschläge sehr konkret und allein die Tatsache, dass solche Pläne gegen die eigene Bevölkerung von Mitarbeitern des Pentagon in einem Dokument zusammengefasst und dieses dann auch unterschrieben wurde (u.a. vom späteren Oberkommandeur der NATO in Europa, Lyman L. Lemnitzer) ist bestürzend genug, wie ich finde.

Hier nun der aktuelle Stand aus dem deutschen Wikipedia zur „Operation Nothwoods“:

Operation Northwoods

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Operation Northwoods ist ein US-amerikanischer Geheimplan, der 1962 vom Generalstab des Pentagon verfasst und am 13. März 1962 Präsident John F. Kennedy vorgelegt wurde. Die Planungen zu diesem Vorhaben wurden bereits unter Präsident Eisenhower vorgenommen. Lyman L. Lemnitzer, späterer Oberkommandeur der NATO in Europa, und Brigadier General William Craig gehören zu den Unterzeichnern des Dokuments.[1] Neben Operation Mongoose sah dieser Plan vor, die verdeckte Kriegsführung der USA gegenüber Kuba weiter auszubauen. Durch inszenierte Anschläge gegen den zivilen Luft- und Schifffahrtsverkehr innerhalb der USA, für die man im Nachhinein Fidel Castro verantwortlich machen wollte, sollte ein Vorwand zur Invasion Kubas geschaffen werden. Im Gegensatz zu Mongoose wurde Northwoods jedoch nie umgesetzt. Nach über dreißigjähriger Geheimhaltung kam er 1997/98 durch den Freedom of Information Act an die Öffentlichkeit.

Anlass

Mit dem Scheitern der Invasion auf die Schweinebucht in Kuba und der offensichtlich gewordenen Beteiligung von CIA-Agenten im Zusammenhang mit einer organisierten Armee aus Exilkubanern, suchte die US-Regierung unter Kennedy nach subtileren Operationsmöglichkeiten gegen Kuba. Northwoods galt als ein Entwurf, der die Weltöffentlichkeit von der Gefährlichkeit des Castro-Regimes überzeugen sollte.

Inhalt des Dokuments

Das Dokument wurde mit der Absicht verfasst, eine allgemeine Zustimmung und Unterstützung für eine militärische Invasion von Kuba zu gewinnen. Die Stabschefs gingen davon aus, dass die US-Bevölkerung einen Militärangriff auf Kuba nur dann unterstützen würde, wenn dem Angriff bedrohliche und aggressive Aktionen der Inselnation gegen amerikanische Soldaten, Zivilisten, Kubaflüchtlinge oder Exilkubaner vorausgegangen wären. James Bamford kommentiert kurz nach Veröffentlichung der Dokumente den Inhalt wie folgt:

„Geheimen und lange unter Verschluss gehaltenen Dokumenten zufolge […] machte und verabschiedete der Vereinigte Generalstab Pläne, die vielleicht die schlimmsten waren, die je von einer US-amerikanischen Regierungsinstanz produziert worden sind. Im Namen des Antikommunismus schlugen die Militärs einen geheimen und blutigen Terrorkrieg gegen ihr eigenes Land vor, um die amerikanische Öffentlichkeit für den irrwitzigen Krieg zu gewinnen, den sie gegen Kuba führen wollten“
( James Bamford: NSA. Die Anatomie des mächtigsten Geheimdienstes der Welt. 2001. S. 89.)

Das Dokument umfasst die Inszenierung gefälschter Angriffe mit fingierten Opfern, in anderen Fällen lässt es offen, ob die Angriffe Täuschungsmanöver oder echte Aktionen sein sollten. Für einige Angriffe wurde ausdrücklich erwogen, sie in die Realität umzusetzen. Nach der erfolgreichen Operation Northwoods wurde eine weitere Koordination durch die CIA geplant.

Einige Empfehlungen der Operation Northwoods lauteten:

  • Verbreitung von Gerüchten über Kuba durch geheime Radiosender
  • Anschläge gegen kubanische Flüchtlinge in den USA, für die man Castro verantwortlich machen wollte
  • Versenkung eines amerikanischen Schiffes in Guantánamo Bay
  • Zerstörung einer amerikanischen Militärbasis oder eines amerikanischen Flugzeuges, anschließende Beschuldigung kubanischer Truppen
  • Störung des zivilen Luftverkehrs, Angriffe auf Schiffe und Zerstörung eines US-Militärflugzeuges durch Flugzeuge vom Typ MIG
  • Zerstörung eines angeblich mit ferienreisenden Studenten gefüllten Passagierflugzeuges
  • Inszenierung einer Terroraktion mittels des tatsächlichen oder simulierten Versenkens kubanischer Flüchtlinge.
  • Inszenierung von kommunistischen kubanischen Terroraktionen im Bereich Miami und in anderen Städten Floridas sowie in Washington
  • Angriff und Abschuss einer zivilen Chartermaschine durch ein kubanisches Flugzeug.

Für den Angriff und Abschuss einer zivilen Chartermaschine sah man vor, ein genaues Duplikat eines tatsächlich registrierten Zivilflugzeuges der CIA anzufertigen. Vorgesehen war hierfür der Luftwaffenstützpunkt Eglin. Das Duplikat sollte durch ein Rendezvous beider Flugzeuge südlich von Florida ausgetauscht werden. Zuvor haben bereits Passagiere mit falschem Namen das tatsächlich registrierte Flugzeug betreten und fliegen auf Minimalhöhe zum vorgesehenen Luftwaffenstützpunkt Eglin zurück. Das Duplikat sollte als Drohne weiter Richtung Kuba fliegen und mit der Notfrequenz „May Day“ einen Angriff durch ein kubanisches Kampfflugzeug simulieren. Indem das Signal von der International Civil Aviation Organization aufgefangen wird, würde der Vorfall von ganz allein genug Aufsehen erregen, ohne großes Zutun der US-Administration.[2]

Folgen

Da das Dokument von John F. Kennedy abgelehnt wurde, blieb Operation Northwoods ein Entwurf ohne tiefgreifende Folgen für die kurz darauf folgende Kubakrise. Bedeutung erlangte das Dokument erst wieder mit der Veröffentlichung in den 1990ern und der Auswertung interner Geheimdienstprotokolle aus der Zeit der Kubakrise, sowie durch die Terroranschläge vom 11. September 2001.

Heutzutage sehen mehrere derjenigen, die die offizielle Version über Tathergang und Verursacher der Terroranschläge am 11. September bezweifeln, in Operation Northwoods ein Planspiel, das als Vorbild für die Anschläge diente. Die Existenz des Plans wird außerdem häufig als Beweis dafür angeführt, dass der Gedanke an eine Inszenierung von Terroranschlägen gegen das eigene Land durch US-Regierungsbehörden keinesfalls absurd sei.

Verweise

Interne Verweise

Weblinks

Einzelnachweise

1. ↑ Ganser, Daniele: Die Kubakrise – UNO ohne Chance. Kai Homilius Verlag. 2007. S.92.

2. ↑ Bamford, James: NSA. Die Anatomie des mächtigsten Geheimdienstes der Welt. 2001. S. 92 – 93.

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2 Antworten to “Operation Northwoods: Inszenierte Anschläge in den USA sollten Kuba angelastet werden”

  1. Sebastian said

    Eine komplette deutsche Übersetzung von dem Northwoods Dokument:

    http://home.arcor.de/madman23/northwoods.html

  2. Anonymous said

    […] […]

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