Wo Verschwörungstheorien Realität werden…

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Celler Loch: Verfassungsschutz und GSG9 verübten Bombenanschlag auf Justizvollzugsanstalt

Posted by forgottentruth - September 18, 2009

In der Nacht zum 25. Juli 1978 riss eine Bombenexplosion ein Loch in die Außenmauer der Justizvollzugsanstalt Celle. Alles deutete darauf hin, dass mit dem Anschlag der zu diesem Zeitpunkt dort einsitzende mutmaßliche RAF Terrorist Sigurd Debus befreit werden sollte und in den damaligen Medien wurde diese Version unter Verweis auf die „erdrückende“ Beweislage auch so verbreitet: ein Mercedes mit Munition und gefälschten Pässen (einer u.a. mit Bild von Debus) stand bereit und in Debus‘ Zelle wurde bei einer anschließenden Durchsuchung Ausbruchswerkzeug sichergestellt.

Eigentlich eine klare Sache: Terroristen wollten ihren Kameraden aus dem Knast holen und schrecken auch vor Bombenanschlägen nicht zurück – doch: nichts ist trügerischer als eine offenkundige Tatsache (Sir Arthur Conan Doyle)…

Denn, wie sich Jahre später erst herausstellte, war die gesamte Aktion von vorne bis hinten vom niedersächsischen Verfassungsschutz geplant und durchgeführt – incl. fingieren von Beweisen und PR-Propaganda in den Medien von wegen „Ausbruchsversuch eines Terroristen“!

Nachfolgend ein Auszug aus der aktuellen Wikipedia-Seite (Stand 18.09.2009):

Celler Loch

Als Celler Loch wurde ein Loch bekannt, das im Rahmen der Aktion Feuerzauber am 25. Juli 1978 in die Außenmauer der Justizvollzugsanstalt Celle gesprengt wurde. Der Anschlag war von der niedersächsischen Landesbehörde für Verfassungsschutz als False-Flag-Operation fingiert worden. Unter dem Schlagwort Celler Loch wurde auch die sich daraus ergebende Affäre bundesweit bekannt.

Der Verfassungsschutz beabsichtigte angeblich, mit diesem Anschlag einen Informanten in die RAF einzuschleusen. Der Anschlag sollte als ein Befreiungsversuch für Sigurd Debus erscheinen, der als mutmaßlicher Terrorist der RAF im Celler Hochsicherheitsgefängnis (JVA) einsaß.

Als involviert und informiert gelten der niedersächsische Verfassungsschutz, die auf Anforderung beim Bundesgrenzschutz tätig gewordene GSG 9, die Landesregierung unter Ernst Albrecht (CDU) sowie die Anstaltsleitung. Das Bundesinnenministerium – als vorgesetzte Behörde der GSG 9 –, das Bundesamt für Verfassungsschutz, die Bundesregierung und die Landespolizei sollen vorab nicht informiert worden sein.

Vorbereitung und Durchführung

Der Verfassungsschutz präparierte einen gestohlenen Mercedes SL mit Munition und gefälschten Pässen, darunter auch ein Pass mit dem Foto von Debus. Vordrucke und Dienstsiegel stammten aus Einbrüchen bei Behörden. Bei der Beschaffung des Autos hatte der Privatagent Werner Mauss mitgewirkt; Fahrer war ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes. Das Auto war im Januar 1978 bei einer Polizeikontrolle in Salzgitter sichergestellt worden, der Fahrer hatte sich dabei durch Flucht der Überprüfung entzogen.

Zur Durchführung des Anschlags hatte der Verfassungsschutz zwei Kriminelle – Klaus-Dieter Loudil und Manfred Berger – angeworben. Loudil wurde später den Medien als Tatverdächtiger präsentiert. Am 25. Juli 1978 wurde die Bombe gezündet und hinterließ nur geringen Sachschaden. Zu einem Ausbruch kam es nicht.

Der Verfassungsschutz hatte Ausbruchswerkzeug in Debus’ Zelle schmuggeln lassen, das bei der dem Anschlag folgenden Durchsuchung gefunden wurde und die Tatbeteiligung von Debus beweisen sollte. Als weiterer „Beweis“ wurde das so genannte „Dellwo-Papier“ veröffentlicht, das von dem RAF-Mitglied Karl-Heinz Dellwo verfasst worden war, der an der Geiselnahme von Stockholm 1975 beteiligt war. In diesem Schreiben wird erklärt, dass „durch Anschläge auf den äußeren Bereich von Vollzugsanstalten“ eine „Zusammenlegung einsitzender Terroristen zu Interaktionsgruppen“ erreicht werden sollte.

Erwartungsgemäß konnten die Täter nicht gefasst werden. Verschiedene Personen wurden von den Medien als angebliche Täter ins Gespräch gebracht.

Die bewusst ungerechtfertigten Vorwürfe und damit einhergehenden Verschärfungen der Haftbedingungen führten zu einem Hungerstreik durch Sigurd Debus. Anträge auf Hafterleichterungen wurden mit Hinweis auf den Sprengstoffanschlag ausdrücklich abgelehnt. 1979 wurde er in die JVA Hamburg-Fuhlsbüttel verlegt. Dort beteiligte er sich im Februar 1981 an einem Hungerstreik der Gefangenen aus der RAF. Sigurd Debus starb am 16. April 1981 an den Folgen des Hungerstreiks kurz vor seiner anstehenden Haftentlassung.

Politische Folgen

1986 wurde bekannt, dass nicht die linksradikale Terroristenszene für den Anschlag verantwortlich war, sondern der Verfassungsschutz und die GSG 9, angeblich um einen V-Mann in die RAF einzuschleusen. Die von den Medien als Täter vorgestellten Personen waren V-Männer des Verfassungsschutzes. Ulrich Neufert wurde für seinen Artikel über die Affäre in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung 1986 mit dem „Wächterpreis der deutschen Tagespresse“ ausgezeichnet.

Daraufhin musste sich die Regierung Ernst Albrecht (CDU]) vor einem Untersuchungsausschuss des niedersächsischen Landtags verantworten. In diesem stellte die Regierung Albrecht die Aktion als mindestens achtbaren Erfolg dar (Zugang zu Terrorismus, Ausbruch vereitelt, Waffen gefunden), obwohl diese Behauptungen widerlegt werden konnten.

In diesem Zusammenhang geriet Innenminister Wilfried Hasselmann (CDU) unter Druck, bis er 1988 im Zuge der Spielbankenaffäre von seinem Regierungsamt zurücktrat. Damaliger Justizminister war Hans-Dieter Schwind (CDU).

Die Ereignisse wurden 1988 vom Regisseur Herbert Linkesch und Produzent Rudi Reinbold im Dokumentarfilm „Das Celler Loch“ verfilmt.

Literatur

  • Christa Ellersiek, Wolfgang Becker: Das Celler Loch. Die Hintergründe der Aktion Feuerzauber. Verlag am Galgenberg, Hamburg 1987, ISBN 3-925387-30-7.
  • Gerhard Wisnewski, Wolfgang Landgraeber, Ekkehard Sieker: Das RAF-Phantom. Knaur, München 1992, ISBN 3-426-80010-1, S. 309 ff.

Bleibt also festzuhalten:

  • der niedersächsische Verfassungsschutz führt zusammen mit der GSG9 unter Mithilfe sogenannter V-Männer einen Bombenanschlag auf eine Justizvollzugsanstalt durch
  • die damalige Landesregierung, sowie die Anstaltsleitung waren involviert
  • Beweise wurden fingiert, um den Verdacht in eine andere Richtung zu lenken
  • eine Person starb indirekt an den Folgen dieser False-Flag Operation

Das ist nur ein Beispiel von vielen, die man ertsmal nicht abgenommen bekommt, wenn man sie erzählt („sowas würde die Regierung oder der Verfassungsschutz doch nie machen“ oder „da sind doch so viele Leute involviert – da muss doch jemand auspacken“ bekommt man dann meist zu hören 😉 ). Und doch ist es genau so passiert…

More to come.

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5 Antworten to “Celler Loch: Verfassungsschutz und GSG9 verübten Bombenanschlag auf Justizvollzugsanstalt”

  1. […] Deutschland: Celler Loch « Wo Verschwörungstheorien Realität werden… […]

  2. Siebenschläfer said

    Das zeigt doch im Kleinen, wozu die Regierungen auf der Welt fähig sind…

    Der Octoberfestanschlag oder der Anschlag auf den hauptbahnhof von Bologna waren ja auch False Flagg Aktionen…

    9/11 zeigts im Großen…und keiner raffts….

    • steamhawk said

      Die Frage die ich mir immer stelle, wenn Leute sagen, dass 9/11 eine Verschwörung sei, ist: WARUM?
      Es gibt keine triftigen Beweise und kein sinnvolles Motiv dafür, dass die amerikanische Regierung die WTC’s 1/2/7 in die Luft gejagt hat!
      Natürlich ist es eine Möglichkeit, aber es ist ebenso möglich, dass Gummibärchen die Weltherrschaft ergreifen wollen (wovon sie übrigens gar nicht weit entfernt sind 😉 ). Und dass der Deutsche Staat Straftaten fingiert um V-Männer in irgendwelche Gruppen einzuschleusen ist auch nicht neu. (Meiner Meinung auch in Ordnung, solang keine Personen zu Schaden kommen)

      In diesem Sinne

      • Jürgen A. Erhard said

        „kein sinnvolles Motiv“? Was ist denn ein *sinnvolles* Motiv, deiner Ansicht nach? Weil… Motive als solche find ich genug.

        Mehr Befugnisse/Geld (== Macht) für etliche Dienste (in USA ne ganz neue Behörde, das DHS). Dinge die sie schon lange wollten. Immer neue „Sicherheits“massnahmen, und alle laufen schön brav mit. Ich sage nur (aktuell) „Nacktscanner“.

        Mindestens ein Krieg, der *immer noch* andauert (War on Terror ist toll, damit sind die USA in einem dauernden Kriegszustand). Die Rüstungsindustrie und das Militär freuen sich Löcher in den… nee, falscher Vergleich.

      • Jürgen A. Erhard said

        Nachtrag: Ich bin, was 9/11 angeht, agnostisch: ich weiss nicht, was gelaufen ist. Ich bin nicht überzeugt davon, dass [Verschwörungstheorie]. Nur kommt mir so manches einfach sehr seltsam vor (was genau spielt hier keine Rolle). Dass US-Behörden (zu welchem Grad auch immer) ihre Finger im Spiel hatten, halte ich für zumindest denkbar, wenn nicht sogar für wahrscheinlich.
        Und noch was zu Motiven: Die US-Sicherheitsbehörden hatten danach doch wirklich viel „egg on their face“. Also entweder sind die wirklich so unfähig (was ich zum einen beängstigend fände, und zum anderen nicht glauben kann, denn wieso ist dann seither (in USA) nix mehr passiert?) oder… eben nicht. Letzteres wäre dann ein klassischer Deal: wir nehmen diese öffentliche Schlappe hin, wissentlich, und kriegen dafür die meisten (wenn nicht alle, zumindest langfristig) Punkte auf unserer Wunschliste erfüllt.

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