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	<title>Wo Verschwörungstheorien Realität werden…</title>
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	<description>Das Schwierigste ist, zu glauben was man sieht!</description>
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		<title>Wo Verschwörungstheorien Realität werden…</title>
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		<title>Frankreich: Soldaten als &#8222;Versuchskaninchen&#8220; bei Atomtests&#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 14:45:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>forgottentruth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschenversuche]]></category>
		<category><![CDATA[Atomtests]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Gerboise verte]]></category>
		<category><![CDATA[Operation Garigliano]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich bin ich momentan an einem anderen Thema für diesen Blog am schreiben &#8211; aus aktuellem Anlass allerdings schiebe ich den nachfolgenden Artikel mal dazwischen: vor ein paar Tagen wurde bekannt, dass Frankreich bei seinen Atomtests in den 50er und 60er Jahren Soldaten vorsätzlich als Versuchskaninchen benutzt und der radioaktiven Strahlung ausgesetzt hat, um die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wasgeschahwirklich.wordpress.com&amp;blog=9700692&amp;post=90&amp;subd=wasgeschahwirklich&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich bin ich momentan an einem anderen Thema für diesen Blog am schreiben &#8211; aus aktuellem Anlass allerdings schiebe ich den nachfolgenden Artikel mal dazwischen: vor ein paar Tagen wurde bekannt, dass Frankreich bei seinen Atomtests in den 50er und 60er Jahren Soldaten vorsätzlich als Versuchskaninchen benutzt und der radioaktiven Strahlung ausgesetzt hat, um die &#8222;physiologischen und psychologischen Wirkungen der Atomwaffe auf den Menschen erkunden&#8220;. Viele dieser Probanten (tausende!) erkrankten oder starben später an den Strahlungsfolgen &#8211; also ganz klar ein &#8222;Fall&#8220; für diesen Blog&#8230; <img src='http://s0.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_sad.gif' alt=':-(' class='wp-smiley' /> </p>
<p><span id="more-90"></span>Dass Frankreich bereit ist, Überlebenden seiner Atomtests in der Sahara und dem Südpazifik zu entschädigen, steht seit Ende letzten Jahres fest: am 22.12.2009 verabschiedete das Parlament ein Gesetz zur Entschädigung der Opfer. Allerdings ging man bisher davon aus, dass es sich dabei in erster Linie um Zivilisten in der Umgebung der Testgelände handelte, die zudem noch Schwierigkeiten haben dürften, zu beweisen, dass ihre Erkrankungen tatsächlich mit den Tests zu tun haben. Allein die Tatsache, dass die lokale Bevölkerung nicht evakuiert oder wenigstens ausreichend geschützt wurde, ist unglaublich &#8211; aber es kommt noch heftiger&#8230;</p>
<p>Laut einem Geheimbericht des Militärs, der nun veröffentlich wurde und aus dem vor ein paar Tagen die Zeitung &#8222;Le Parisien&#8220; zitierte, geht hervor, dass das Militär <strong>vorsätzlich</strong> seine Soldaten der Strahlung ausgesetzt hatte, so z.B. am 25.04.1961 bei der Operation &#8222;Garigliano&#8220;, die nach der vierten, überirdischen Atombombenzündung in der Sahara stattfand. Dabei wurde bereits kurz nach der Zündung der Bombe eine Übung im kontaminierten Gebiet durchgeführt, an der allein 300 Soldaten teilnahmen, die bis auf 275 Meter an den &#8222;Punkt null&#8220; herangeführt wurden. Das ganze (natürlich) ohne spezielle Schutzvorkehrung! Dabei sollte unter anderem untersucht werden, wie sich die Strahlung auf die Soldaten auswirkt.</p>
<p>Die Folge waren Strahlenerkrankungen wie Krebs oder Unfruchtbarkeit und viele &#8222;Teilnehmer&#8220; der Versuche sind ziwschenzeitlich verstorben (deshalb klingt es für mich auch wie ein Hohn, dass erst <em>jetzt </em>eine Entschädigung auf den Weg gebracht wird).</p>
<p>Nachfolgend ein paar Zeitungsartikel aus dem deutschsprachigen Raum, sowie die aktuelle Wikipedia-Seite zu den französischen Atomtests.</p>
<p>Gefunden bei <a href="http://kurier.at/nachrichten/1978164.php" target="_blank">kurier.at</a>:</p>
<blockquote>
<h3>Atomtests: Soldaten als Versuchskaninchen</h3>
<p>In den 60ern soll Frankreich Soldaten zu Testzwecken radioaktiver Strahlung ausgesetzt haben. Die Folge war in vielen Fällen Krebs.</p>
<p>Die französische Armee setzte in den 60er Jahren offenbar auf menschliche Versuchskaninchen. Französische Soldaten sollen bei Atomwaffentests in Algerien vorsätzlich radioaktiver Strahlung ausgesetzt worden sein, zitiert die Zeitung Le Parisien aus einem militärischem Geheimbericht am Dienstag. Dieser Bericht aus dem Jahr 1998 wurde von einem anonymen Militärmitglied verfasst und beinhaltet den letzten oberirdisch durchgeführten Atomtest in Algerien am 25. April 1961, genannt &#8222;Gerboise verte&#8220;. In dem Militärbericht heißt es, die Versuche sollten die &#8222;physiologischen und psychologischen Wirkungen der Atomwaffe auf den Menschen erkunden, um die nötigen Elemente für die physische Vorbereitung und moralische Ausbildung des modernen Kämpfers zu erhalten&#8220;.</p>
<p><strong>Operation &#8222;Gerboise verte&#8220;</strong></p>
<p>Bei der Operation &#8222;Gerboise verte&#8220; simulierten die Franzosen zwei defensive Manöver sowie die Rückeroberung einer von einer Atombombe zerstörten Position. 300 Mann wurden dafür mobilisiert. 35 Minuten nach der Explosion rückte ein Truppenteil zu Fuß bis auf 700 Meter zum Zentrum vor. Soldaten in Geländewagen folgten nach einer Stunde. &#8222;Diese Patrouille wurde 275 Meter vor dem Punkt null gestoppt&#8220;, heißt es in dem Bericht.</p>
<p>Als Konsequenz aus dem Versuch folgerten die Militärs, dass &#8222;der Kommandant niemals die verseuchte Zone betreten&#8220; sollte. Weil die Mobilität der Infanteristen von Gasmasken halbiert werde, sollten die Gasmasken durch einfache Staubmasken ersetzt werden. Für die folgenden unterirdischen Atomversuche wurde beschlossen, das Absetzen der Schutzmasken &#8222;in kontaminierter Atmosphäre&#8220; zeitweise zu erlauben. Bei zwölf der 13 unterirdischen Atomtests gelangte Radioaktivität in die Umwelt.</p>
<p><strong>Krebs</strong></p>
<p>Viele der Soldaten erkrankten später an Krebs und litten an anderen Verstrahlungsfolgen. Etwa 4800 noch lebende Atomtestteilnehmer sind heute Mitglied der Veteranenvereinigung Aven. Von ihnen haben 35 Prozent Krebs &#8211; nur zehn Prozent sind gesund.</p>
<p>Der französische Verteidigungsminister Hervé Morin erklärte, er kenne den Bericht nicht. Die Soldaten hätten aber &#8222;nur sehr schwache&#8220; Strahlungsmengen abbekommen. Für 2010 hat Frankreich zehn Millionen Euro als Entschädigung für die Opfer bereitgestellt. Theoretisch kämen laut Herve Morin 150.000 Zivilisten und Militärangehörige für Zahlungen infrage. Opferverbände sehen es hingegen schwierig, genaue Opferzahlen zu schätzen, da die Menschen noch immer an den Folgen der Atomtests leiden. Morin: &#8222;Wir können die Summe erhöhen, wenn es nötig ist.&#8220;</p>
<p>1960 hatte Frankreich unter der Präsidentschaft von General Charles de Gaulle in Reggane in der algerischen Sahara 17 Atomtests durchgeführt, worauf laut der Gesellschaft für Bedrohte Völker drei Stämme der dort ansässigen Völker ausgestorben seien. Nach der in einem achtjährigen verlustreichen Krieg erkämpften Unabhängigkeit Algeriens 1962 wurde das Atomtestgelände nach Polynesien (Mururoa und Fangataufa) im Pazifik verlegt. Noch 16 Jahre danach hatte Frankreich Chemiewaffen in seiner ehemaligen Kolonie getestet. Insgesamt hat Frankreich 210 Versuchsbomben gezündet.</p>
<p>Artikel vom 16.02.2010 10:38 | apa | mn</p></blockquote>
<p>Gefunden bei <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/atomtests100.html" target="_blank">tagesschau.de</a>:</p>
<blockquote><p>Geheimbericht über Atomtests</p>
<h3>Frankreich nutzte Soldaten als &#8222;Versuchskaninchen&#8220;</h3>
<p>Frankreich hat bei seinen Atomtests in den 50er- und 60er-Jahren Soldaten vorsätzlich radioaktiver Strahlung ausgesetzt, um die Reaktion von Truppen in einem Atomkrieg zu untersuchen. Das geht aus einem geheimen Bericht hervor, aus dem die Zeitung &#8222;Le Parisien&#8220; jetzt zitierte. In diesem Jahr will Frankreich zum ersten Mal Opfer seiner Atomtests entschädigen &#8211; obwohl, so Innenminister Morin, die Strahlung harmlos gewesen sei.</p>
<p>Von Angela Ulrich, SR-Hörfunkstudio Paris</p>
<p>Die Decknamen der Atomtests damals klangen harmlos: &#8222;Grüne Wüstenspringmaus&#8220; oder &#8222;Blaue Wüstenspringmaus&#8220;. Dabei zündete die französische Armee Atombomben in der Wüste Algeriens. Gleich nach manchen Tests &#8211; wie beispielsweise 1961 &#8211; wurden Soldaten auf einige hundert Meter an den Explosionsort herangeführt, um die physiologischen und psychologischen Wirkungen der Atomwaffe auf den Menschen zu erkunden. So heißt es in einem Geheimbericht der französischen Armee, aus dem die Zeitung &#8222;Le Parisien&#8220; zitiert.</p>
<p>Einer der Soldaten, die als damals als Versuchskaninchen dienten, ist Pierre Leroy. Er wurde extra in die Sahara abkommandiert: &#8222;Als ich zur Versuchsbasis geschickt wurde, war ich jung, 20 Jahre alt. Es war atemberaubend. Vor manchen Atomtests gab es Gerüchte, dass gerade Laster mit 300 Särgen eingetroffen wären, aber wir hatten ja keine Ahnung, ob das stimmt.&#8220;</p>
<p>Mehrere überirdische und rund 200 unterirdische Atomwaffentests zündete Frankreich in den 60er-Jahren in der Sahara, später auf dem Mururoa-Atoll in der Südsee. Wirklich Schluss war erst 1996. Insgesamt 150.000 Militär- und Zivilangehörige waren beteiligt. Viele der Soldaten erkrankten später an Krebs und anderen Strahlungsfolgen &#8211; so wie der ehemalige Soldat Leroy, der nie Kinder zeugen konnte: &#8222;Die Armee hat die Verstrahlung, der wir ausgesetzt waren, niemals anerkannt. In meiner Militärakte steht dazu nichts. Und wir selbst konnten die Radioaktivität auch nicht messen, wir hatten keinen Geigerzähler.&#8220;</p>
<p><strong>Viele Soldaten an Krebs erkrankt</strong></p>
<p>Fast 5000 noch lebende Atomtest-Teilnehmer sind heute Mitglied der Veteranenvereinigung &#8222;Aven&#8220;. Von ihnen hat jeder Dritte Krebs. Nur einer von zehn ist gesund.</p>
<p><strong>Morin: Strahlung harmlos</strong></p>
<p>50 Jahre nach den ersten Atomtests will Frankreich in diesem Jahr erstmals Opfer entschädigen. Verteidigungsminister Hervé Morin sagte dazu: &#8222;Es war Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen und diese Menschen gerecht zu behandeln.&#8220; Der Geheimbericht der Armee zu Strahlungsopfern sei ihm bekannt, erklärte Morin. Doch die Strahlung damals sei harmlos gewesen.</p>
<p>Ein Schlag ins Gesicht der Veteranen, denen das Entschädigungsgesetz jetzt nicht weit genug geht. Die vorgesehenen zehn Millionen Euro seien zu wenig. Außerdem habe Frankreich die damals betroffenen Gebiete niemals ernsthaft von Strahlung befreit.</p>
<p>Stand: 16.02.2010 13:44 Uhr</p></blockquote>
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	</item>
		<item>
		<title>Zweiter Golfkrieg: Wie eine bezahlte PR-Aktion die Stimmung in der Bevölkerung drehen sollte&#8230;</title>
		<link>http://wasgeschahwirklich.wordpress.com/2009/12/27/zweiter-golfkrieg-wie-eine-bezahlte-pr-aktion-die-stimmung-in-der-bevolkerung-drehen-sollte/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Dec 2009 21:23:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>forgottentruth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Verdeckte Kriegsführung]]></category>
		<category><![CDATA[Brutkastenlüge]]></category>
		<category><![CDATA[Citizens for a free Kuwait]]></category>
		<category><![CDATA[Golfkrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Hill & Knowlton]]></category>
		<category><![CDATA[Irak]]></category>
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		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[Edit 28.12.: &#8222;Irakkrieg&#8220; durch &#8222;Golfkrieg&#8220; in Titelzeile ersetzt + Kleinigkeiten (Typos) Es war einer der Momente am Anfang des zweiten Golfkriegs, die mir in guter Erinnerung geblieben sind: am 10. Oktober 1990 berichtete das damals fünfzehnjähriges Mädchen &#8222;Nayirah&#8220; unter Tränen vor dem Menschenrechtsausschuss des amerikanischen Repräsentantenhauses, wie Irakis in das kuwaitische Krankenhaus, in dem sie [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wasgeschahwirklich.wordpress.com&amp;blog=9700692&amp;post=77&amp;subd=wasgeschahwirklich&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em><span style="color:#ff0000;">Edit 28.12.:</span></em><em> <span style="font-weight:normal;">&#8222;Irakkrieg&#8220; durch &#8222;Golfkrieg&#8220; in Titelzeile ersetzt + Kleinigkeiten (Typos)</span></em></strong></p>
<p>Es war einer der Momente am Anfang des zweiten Golfkriegs, die mir in guter Erinnerung geblieben sind: am 10. Oktober 1990 berichtete das damals fünfzehnjähriges Mädchen &#8222;Nayirah&#8220; unter Tränen vor dem Menschenrechtsausschuss des amerikanischen Repräsentantenhauses, wie Irakis in das kuwaitische Krankenhaus, in dem sie seinerzeit einen freiwilligen Dienst absolvierte, einfielen und Babies aus ihren Brutkästen holten, um sie auf dem kalten Fußboden liegend sterben zu lassen:</p>
<div id="attachment_79" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://wasgeschahwirklich.files.wordpress.com/2009/12/nayirah1.jpg"><img class="size-medium wp-image-79  " title="&quot;Nayirah&quot; vor Menschenrechtsausschuss" src="http://wasgeschahwirklich.files.wordpress.com/2009/12/nayirah1.jpg?w=300&#038;h=251" alt="Bild: Nayirah vor Menschenrechtsausschuss" width="300" height="251" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Nayirah&quot; vor dem amerikanischen Menschenrechtsausschuss</p></div>
<p>Das Mädchen wirkte aufgewühlt und geschockt &#8211; die Tränen schienen echt und auch die Tatsache, dass sie aus Angst vor Rache gegenüber sich und ihrer Familie in Kuwait ihren Nachnamen nicht nennen wollte, schien nachvollziehbar. Die Geschichte von Nayirah und ihr Auftritt vor dem Menschenrechtsausschuss wurde so oft wiederholt, dass sich beides in die Gehirne einbrannte &#8211; doch leider wurde die erst Jahre später aufgedeckte Tatsache, dass das alles nur eine bezahlte PR-Aktion war, um die Stimmung der amerikanischen Bevölkerung für eine Beteiligung amerikanischer Truppen an dem schwelenden Konflikt zu drehen, von den Medien vollkommen ignoriert&#8230;</p>
<p><span id="more-77"></span>Diese PR-Aktion nahm bereits etwa einen Monat zuvor seinen Lauf, nämlich am 5. September 1990, als der London Daily Telegraph den kuwaitischen Minister Yahya al-Sumait mit den Worten zitiert, dass in der Entbindungsstation eines Krankenhauses aus ihren Brutkästen herausgeholt wurden, damit die Brutkästen mitgenommen werden konnten. Diese Story wurde anschließend von verschiedenen Agenturen, wie beispielsweise Reuters weiter verbreitet.</p>
<p>Zwei Tage später veröffentlichte die Los Angeles Times eine Story &#8211; ebenfalls von Reuters verbreitet, von einer gewissen &#8222;Cindy&#8220; aus San Francisco und ihrer Reisebegleitung &#8222;Rudy&#8220;, die ebenfalls von irakischem Vandalismus in einem Krankenhaus berichteten &#8211; unter anderem wurde auch die Brutkasten-Story wiederholt.</p>
<p>Am 10. Oktober schließlich ermöglichte der Menschenrechtsausschuss des amerikanischen Repräsentantenhauses der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, ihre Beweise für Menschenrechtsverletzungen durch den Irak zu präsentieren. Da dieser Ausschuss kein Komitee des Kongresses ist, müssen Zeugen, die dort aussagen, dies nicht unter Eid tun. Im Rahmen dieser Veranstaltung sagte nun ein fünfzehnjähriges Mädchen, das als &#8222;Nayirah&#8220; vorgestellt wurde und angebliche eine einfache kuwaitische Bürgerin sei, unter Tränen aus, dass sie mit eigenen Augen gesehen habe, wie irakische Soldaten in das Krankenhaus al-Addan, in dem sie einen freiwilligen Dienst absolvierte, einfielen und auf der Entbindungsstation die Babies aus ihren Brutkästen holten, um sie auf dem kalten Fußboden sterben zu lassen. Die Brutkästen wurden angeblich von den Soldaten mitgenommen.</p>
<p>Ein kurzer Ausschnitt dieser Aussage ist z.B. in nachfolgendem Youtube-Video zu sehen:</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://wasgeschahwirklich.wordpress.com/2009/12/27/zweiter-golfkrieg-wie-eine-bezahlte-pr-aktion-die-stimmung-in-der-bevolkerung-drehen-sollte/"><img src="http://img.youtube.com/vi/Fv28_q98Xe8/2.jpg" alt="" /></a></span>
<p>Alle großen Fernsehstationen berichteten über dieses Ereignis und auch in der Presse wurde die schriftliche Version von Nayirah&#8217;s Aussage mittels zuvor angefertigter &#8222;Media-Kits&#8220; umfassend publiziert. Finanziert wurde das ganze von der Organisation &#8222;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Citizens_for_a_Free_Kuwait" target="_blank">Citizens for a free Kuwait</a>&#8222;. Diese Organisation ist &#8211; wie man heute weiß &#8211; eine von ungefähr zwanzig kuwaitischen PR- und Lobbyorganisationen, die von der kuwaitischen Regierung gegründet wurden. Mehr dazu findet sich z.B. <a href="http://www.historycommons.org/entity.jsp?entity=citizens_for_a_free_kuwait_1" target="_blank">hier</a>:</p>
<blockquote><p>Nine days after Iraq invades Kuwait (see August 2, 1990), the public relations firm Hill &amp; Knowlton creates a front organization, “Citizens for a Free Kuwait,” almost entirely funded by Kuwaiti money. Hill &amp; Knowlton’s point man with the Kuwaitis is Craig Fuller, a close friend and political adviser to President Bush (see July 23, 1986). Veteran PR reporter Jack O’Dwyer will later write, “Hill &amp; Knowlton… has assumed a role in world affairs unprecedented for a PR firm.” [<a href="http://www.commondreams.org/views02/0906-01.htm" target="_blank">CHRISTIAN SCIENCE MONITOR, 9/6/2002</a>; <a href="http://www.prwatch.org/books/tsigfy10.html" target="_blank">PUBLIC RELATIONS WATCH, 6/3/2007</a>] Citizens for a Free Kuwait is one of about twenty PR and lobbying groups formed by the Kuwaiti government. Other American PR firms representing these groups include the Rendon Group and Neill &amp; Co. Citizens for a Free Kuwait will spread a false story of Kuwaiti babies being killed in their incubators by Iraqi troops, a story that will help inflame US public opinion and win the Bush administration the authority to launch an assault against Iraq (see October 10, 1990).</p></blockquote>
<p>Am 15. Oktober 1990 berichtete der damalige Präsident George Henry Walker Bush von einem Treffen mit dem Emir von Kuwait, der ihm unglaubliche Geschichten von Neugeborenen, die aus ihren Brutkästen genommen und auf den kalten Fußboden gelegt wurden, weil die Brutkästen anschließend nach Bagdad geschickt wurden. Diese Story tischte er in den folgenden fünf Wochen insgesamt 5x auf.</p>
<p>Am 27. November 1990 wiederholte &#8222;Nayirah&#8220; ihre Geschichte sogar vor dem UN-Sicherheitsrat &#8211; diesmal in Begleitung eines weiteren Augenzeugen, dem &#8222;Chirurg Dr. Behbehani&#8220;, der die Vorfälle bestätigte und sogar vorgab, an der Beerdigung von 40 Babies teilgenommen zu haben, die auf diese Weise starben!</p>
<p>Am 19. Dezember 1990 veröffentlichte Amnesty International einen 84-seitigen Bericht über irakische Menschenrechtsverletzungen in Kuwait, in dem die Brutkasten-Lüge ebenfalls enthalten war. Und auch am 8. Januar 1991 wurde diese von einem führenden Mitarbeiter von Amnesty International vor dem Komitee für auswärtige Angelegenheiten wiederholt.</p>
<p>Wie knapp das Für und Wider bzgl. eines amerikanischen Eingreifens in der Golfregion damals war, zeigen die Abstimmungsergebnisse von US-Senat und Repräsentantenhaus:</p>
<blockquote><p><strong>Senat</strong>: 52 zu 47 Stimmen für den Krieg</p>
<p><strong>Repräsentantenhaus</strong>: 250 zu 183 Stimmen für den Krieg</p></blockquote>
<p>Ohne diese Brutkastenstory wäre das Abstimmungsverhalten wahrscheinlich anders ausgefallen, denn nach Angaben des amerikanischen Publizisten John R. MacArthur war die Brutkastenlüge das Element der Propaganda, das die Meinung zum Irakkrieg sowohl bei Bürgern als auch Politikern am meisten beeinflußte.</p>
<p>Es war auch dieser John R. MacArthur (u.a. auch damaliger Herausgeber des &#8222;Harper&#8217;s Magazine&#8220;) der in einem New York Times Artikel die Wahrheit über Nayirah, Citizens for a Free Kuwait und Hill &amp; Knowlton aufdeckte. Der Artikel ist z.B. <a href="http://www.mindfully.org/Reform/Nayira-Witness-Incubator-Kuwait6jan92.htm" target="_blank">hier</a> online zu lesen &#8211; ich habe ihn aber auch nochmal unten angehängt.</p>
<p>Außerdem brachte das WDR-Magazin Monitor am 29. März 1992 ebenfalls einen Bericht über MacArthur&#8217;s Erkenntnisse, sowie über weitere Fakten. Leider habe ich bisher keinen Mitschnitt dieser Sendung online gefunden.</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Fest steht heute folgendes:</span></strong></p>
<ul>
<li>bereits im Sommer 1990 engagierte die in den USA operierende kuwaitische Lobbyorganisation &#8222;Citizens for a Free Kuwait&#8220; die weltweit größte PR-Agentur Hill &amp; KnowIton für eine PR-Kampagne, die zum Ziel hatte, sowohl Politiker als auch Bevölkerung von der Notwendigkeit eines Waffengangs gegen den Irak zu überzeugen</li>
<li>die Story rund um Nayirah war nur ein Teil dieser Kampagne &#8211; aber das aufsehenerregendste Element</li>
<li>Nayirah war in Wirklichkeit die Tochter des damaligen kuwaitischen Botschafters in den USA, Saud Nasir al-Sabah und heisst mit richtigem Namen &#8222;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nijirah_al-Sabah" target="_blank">Nijirah al-Sabah</a>&#8222;</li>
<li>zwei hohe Mitarbeiter von Hill &amp; Knowlton, Gary Hymel und Lauri Fitz-Pegado, waren direkt an der Vorbereitung des Kongress-Hearings mit Nayirah im Oktober 1990 beteiligt</li>
<li>die beiden Kongressabgeordneten Tom Lantos und John Edward Porter, die Nayirah vor den Menschenrechtsausschuss des US-Kongresses geladen hatten, pfelgten enge Verbindungen zu H&amp;K und ihrem Auftraggeber Citizens for a Free Kuwait</li>
<li>Dr. Behbehani war Zahnarzt und kein Chirurg und gab nach dem Krieg offen zu, dass er vor dem UN-Sicherheitsrat gelogen hatte!</li>
<li>nach dem Krieg hatten verschiedene Menschenrechtsorganisationen versucht, die in der Propaganda behaupteten Menschenrechtsverletzungen nachzuweisen, aber für keine fanden sich Beweise. Selbst Amnesty International musste sich von der Brutkastenstory distanzieren!</li>
<li>im Film &#8222;Live from Baghdad&#8220;, der aufgemacht ist, wie eine Dokumentation und in der Hauptrolle mit Michael Keaton, wird die Brutkastenlüge als Fakt dargestellt. Nachdem die Lüge aufflog, hat der Fernsehsender HBO, der &#8222;Live from Baghdad produzierte&#8220;, auf seiner Internetseite zum Film den Artikel von MacArthur aus der New York Times angehängt. Gleichzeitig wird folgendes als einleitende Erklärung geschrieben:<br />
<em>Im Zeitraum, auf den sich unser Film bezieht, kursierte die weitverbreitete Behauptung, irakische Soldaten hätten Babies aus Brutkästen genommen. Diese Behauptung konnten nie bewiesen werden.</em><br />
Allerdings besteht die Gefahr, dass viele Zauschauer den Abspann nicht anschauen und so die als &#8222;Fakt&#8220; verpackte Lüge nicht als solche erkannt wird. Auch in Deutschland wurde der Film mindestens einmal unter dem Titel &#8222;<em>Live aus Bagdad</em>&#8220; vom ZDF gezeigt.</li>
</ul>
<p>Als Referenz hier als erstes die aktuelle Wikipedia-Seite zu &#8222;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nijirah_al-Sabah" target="_blank">Nijirah al-Sabah</a>&#8222;:</p>
<blockquote>
<h3>Nijirah al-Sabah</h3>
<p>Nijirah al-Sabah ist eine Kuwaiterin, die sich am 10. Oktober 1990 als 15-jähriges Mädchen vor dem US-Kongress unter dem Namen Nayirah über angebliche Gräuel während der irakischen Kuwait-Invasion äußerte. Erst später stellte sich heraus, dass es sich bei dem Mädchen um die Tochter des kuwaitischen Botschafters in den USA, Saud Nasir al-Sabah, handelte.</p>
<p>Sie sagte vor dem Menschenrechtsausschuss des Repräsentantenhauses unter Tränen aus, sie habe freiwillige Arbeit im Al-Adnan-Krankenhaus in Kuwait-Stadt geleistet und wörtlich: »Ich habe gesehen, wie die irakischen Soldaten mit Gewehren in das Krankenhaus kamen …, die Säuglinge aus den Brutkästen nahmen, die Brutkästen mitnahmen und die Kinder auf dem kalten Boden liegen ließen, wo sie starben.«[1]</p>
<p>Die Organisation Citizens for a Free Kuwait hatte die PR-Agentur Hill &amp; Knowlton für 10 Millionen US-Dollar beauftragt, Nayirahs Geschichte (die von Lauri Fitz-Pegado erfunden worden war) publik zu machen. Zwei Krankenschwestern der betreffenden Entbindungsstation erklärten später, dass Nayirah nicht dort gearbeitet habe und die von ihr beschriebenen Vorfälle niemals stattgefunden hätten.</p>
<p>Nayirahs Lüge hatte eine durchschlagende Wirkung auf die Politik der USA gegenüber dem Irak. Präsident George H. W. Bush erwähnte Nayirahs Geschichte in den nächsten fünf Wochen nicht weniger als sechs Mal. Aber auch amnesty international veröffentlichte am 19. Dezember 1990, über 3 Monate nach dem Auftritt des Mädchens, einen 84-seitigen Bericht über Menschenrechtsverletzungen in Kuwait, welche die Brutkästen-Behauptung enthielt. Sie wurde auch noch am 8. Januar 1991 von einem führenden Mitarbeiter von amnesty international vor dem Komitee für auswärtigen Angelegenheiten wiederholt. Der US-Senat stimmte schließlich am 12. Januar 1991 mit 52 zu 47 Stimmen für einen Krieg gegen den Irak, was 1991 zum Zweiten Golfkrieg führte. Das Repräsentantenhaus stimmte mit 250 zu 183 Stimmen für den Krieg.</p>
<p><strong>Weblinks</strong></p>
<p><a href="http://www.sourcewatch.org/index.php?title=Citizens_for_a_Free_Kuwait" target="_blank">Citizens for a Free Kuwait</a>, Artikel bei SourceWatch (englisch)</p>
<p>Artikel über <a href="http://www.sourcewatch.org/index.php?title=Lauri_J._Fitz-Pegado" target="_blank">Lauri Fitz-Pegado</a> bei Source Watch (englisch)</p>
<p><a href="http://baltimore.indymedia.org/mod/newswire/display/637/index.php" target="_blank">Ablauf der Brutkasten-Affäre vom United States Institute of Peace</a> (englisch)</p>
<p><strong>Literatur</strong></p>
<p>John R. Mac Arthur, die Schlacht der Lügen, DTV (München) 1993.</p>
<p><strong>Einzelnachweise</strong></p>
<p>↑ <a href="http://info.kopp-verlag.de/news/pentagon-papiere-bestaetigen-massive-medien-manipulation-der-us-regierung.html" target="_blank">http://info.kopp-verlag.de/news/pentagon-papiere-bestaetigen-massive-medien-manipulation-der-us-regierung.html</a></p></blockquote>
<p>Hier der oben bereits erwähnte Artikel von <a href="http://www.mindfully.org/Reform/Nayira-Witness-Incubator-Kuwait6jan92.htm" target="_blank">John R. MacArthur</a>:</p>
<blockquote>
<h3>Remember Nayira, Witness for Kuwait?</h3>
<p>JOHN R MACARTHUR / Op-Ed / NY Times 6jan92</p>
<p>In his urgent arguments during the fall and winter of 1990 for blood terry action against Saddam Hussein, President Bush made much of the Iraqi leader&#8217;s cruelty toward the Kuwaiti people. Mr. Bush&#8217;s allegations of atrocities by Iraqi forces generally when unchallenged. Mr. Hussein&#8217;s violent disposal of dissident Iraqis was a matter of record, so few politicians, journalists, or human rights investigators were prepared to question the President&#8217;s campaign to paint his opponent as Adolf Hitler reborn.</p>
<p>Some claims were no doubt, true, but the most sensational one &#8222;that Iraqi soldiers removed hundreds of Kuwaiti babies from incubators and left them to die on hospital floors&#8220; was shown to be almost certainly faults by an ABC reporter, John Marti, in March 1991, after the liberation of Kuwait. He interviewed hospital doctors who stayed in Kuwait throughout the occupation.</p>
<p>But, before the war, the incubator stories seriously distorted the American debate about whether to support military action. Amnesty International believed the tale, and its ill-considered validation of the charges likely influenced the seven Senators who cited the story and speeches backing the January 12 resolution authorizing war. Since the resolution passed the Senate by only six votes, the question of how the incubator story escaped scrutiny &#8222;when it really mattered&#8220; is all the more important. (Amnesty International later retracted its support of the story.&#8220;</p>
<p>A little reportorial investigation would have done a great service to the democratic process. Americans would have been interested to know the identity of &#8222;Nayirah,&#8220; the 15-year-old Kuwaiti girls who shocked the Congressional Human Rights Caucus on October 19, 1990, when she carefully asserted that she had watched 15 infants ain&#8217;t taken from incubators in al-Adan Hospital in Kuwait City by Iraqi soldiers who &#8222;left the babies on the coal floor to die.&#8220; The chairmen of the Congressional group, Tom Lantos, a California Democrat, and John Edward Porter, an Illinois Republican, explained that Nayirah&#8217;s identity would be kept secret to protect her family from reprisals in occupied Kuwait.</p>
<p>There was a better reason to protect her from exposure: Nayirah, for real name, is the daughter of the Kuwaiti ambassador to the U.S., Saud Nasir al-Sabah. Such a pertinent facts might have led to pertinent demands for proof of Nayirah&#8217;s whereabouts in August and September of 1990, when she said she witnessed the atrocities, as well as corroboration of her charges. The Kuwaiti Embassy was rebuffed by my efforts to interview Nayirah.</p>
<p>Today, were left to ask why Mr. Lantos and Mr. Porter allowed such glaring omissions. What made Nayirah so believable that no one on the Caucus staff bothered to check out for story?</p>
<p>One explanation might lie in how Nayirah came to the Congressman&#8217;s attention. Both Congressman have a close relationship with Hill and Knowlton, the public relations firm hired by Citizens for a Free Kuwait, the Kuwaiti-financed group that lobbied Congress for military intervention. A Hill and Knowlton Vice President, Gary Hymel, helped organize the Congressional Human Rights Caucus hearing in meetings with Mr. Lantos and Mr. Porter, and the chairmen of Citizens for a Free Kuwait, Hassan al-Ebraheem. Mr. Hymel presented the witnesses, including Nyirah. (The later told me he knew who she was at the time.)</p>
<p>Until he started working on the Kuwait account, Mr. Hymel was best known to the Caucus for defending the human rights record of Turkey, a Hill and Knowlton client criticized for jailing people without due process and torturing and killing them. He is also one of the firms lobbyists for the Indonesian government, which is killed at least 100,000 in happened since of East Timor since 1975.</p>
<p>Mr. Lantos&#8217;s spokesman says that Hill and Knowlton&#8217;s client list doesn&#8217;t concern the Congressman, who accepted a $500 contribution on the firms political action committee in 1988. In fact, Mr. Lantos and Mr. Porter allowed the Congress shall Human Rights Foundation, a group they founded in 1985, to be housed in Hill and Knowlton&#8217;s Washington headquarters. The firm provides a contribution to the foundation in the form of a $3000 annual rent deduction, and a Hill and Knowlton switchboard delivers messages to the foundation&#8217;s executive director David Phillips.</p>
<p>Hill and all funds client, Citizens for a Free Kuwait, donated $50,000 to the foundation, sometime after Iraq&#8217;s invasion of Kuwait on Aug. 2, 1990. (The foundation&#8217;s main supporter is the U.S. government-financed National Endowment for Democracy.)</p>
<p>Since the Gulf War, Hill and Knowlton&#8217;s collaboration with the Lantos-Porter human rights enterprise has been strengthened by the naming of the firm&#8217;s vice chairman Frank Mankiewicz, to the foundation&#8217;s board in October 1991. Perhaps the Congressmen and directors were impressed by the recent addition of China to Hill and Knowlton&#8217;s prestigious portfolio of clients. (The firms clients, Indonesia and Turkey, were notably absent from the foundation&#8217;s 1990-91 list of human rights &#8222;activities.&#8220;)</p>
<p>Congress and the news media deserve censure for their lack of skepticism about the incubator story. As for Representatives Lantos and Porter, they deserve a metal from the Emir for their work on behalf of the Kuwaiti costs. But their special relationship with Hill and Knowlton should prompt a congressional investigation to find out if their actions merely constituted an obvious conflict of interest or, worse, if they knew who the tearful Nayirah really was in October 1990.</p></blockquote>
<p>Ein weiterer interessanter Artikel auf deutsch auf <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/14/14271/1.html" target="_blank">Telepolis</a> (nur die Links wiederhergestellt, die auch heute noch funktionieren &#8211; Referenzen allerdings so belassen, wie sie waren):</p>
<blockquote>
<h3>Am Anfang stand die Lüge</h3>
<p>Elvi Claßen 26.02.2003</p>
<p><strong>&#8222;Live aus Bagdad&#8220; &#8211; Erneuerung der &#8222;Brutkasten-Lüge&#8220; im ZDF</strong></p>
<p>Wahrscheinlich kurz vor dem nächsten Krieg gegen den Irak sendete das ZDF am Montag das Doku-Drama &#8222;Live aus Bagdad&#8220;. In diesem wird die sogenannte &#8222;Brutkastenlüge&#8220;, die mit dazu beitrug, den Angriff auf den Irak in der Weltöffentlichkeit zu legitimieren und durchzusetzen, weiterhin so präsentiert, als wäre es ein reales Ereignis gewesen. Dafür aber soll, so das ZDF, der Film die journalistisch-ethische Frage stellen: &#8222;Inwieweit machen sich die ehrgeizigen Reporter auf der Jagd nach Neuigkeiten auch zum Sprachrohr irakischer Propaganda?&#8220; Das ZDF hat am Montag zwar noch schnell auf die Propagandalüge, auf die damals alle Medien hereinfielen, hingewiesen, aber gleichwohl bleibt die Frage, warum im Vorfeld eines nächsten Konflikts, in dem wiederum ein auch durch die Medien verstärkter Nebel an Mutmaßungen, Beschuldigungen und Propaganda von allen Seiten den Blick erschwert, dieser Film im Fernsehen gezeigt werden musste. Elvi Claßen von der Forschungsgruppe Informationsgesellschaft und Sicherheitspolitik (FOGIS), die dagegen am Montag protestiert hatte, erläutert die Kritik und macht noch einmal die Hintergründe der &#8222;Brutkastenlüge&#8220; beim ersten Golfkrieg deutlich.</p>
<p>Am Montag, dem 24.2., ging die Forschungsgruppe Informationsgesellschaft und Sicherheitspolitik (FOGIS) mit einer Presseerklärung an die Öffentlichkeit, in der es hieß:</p>
<p><em>&#8222;Heute um 22.15 Uhr sendet das ZDF das Fernsehspiel &#8222;Live aus Bagdad&#8220; über die Arbeit der CNN-Reporter im Irak 1990/91. Der Film basiert auf dem Roman des damaligen Leiters des CNN-Reporterteams in der irakischen Hauptstadt, Robert Wiener.</em></p>
<p>Es scheint uns wichtig, darauf hinzuweisen, dass der Film die im Vorfeld des Golfkrieges 1991 von der Public Relations-Firma Hill &amp; Knowlton (<a href="http://www.hillandknowlton.com" target="_blank">H&amp;K</a>) erwiesenermaßen erfundene und inszenierte &#8222;Brutkasten-Story&#8220; als reales Ereignis präsentiert, obwohl schon seit elf Jahren bekannt ist, dass es sich dabei um eine Propagandalüge handelt. H&amp;K und Mitglieder des US-Kongresses hatten damals die Horrorgeschichte lanciert, plündernde irakische Soldaten hätten in Kuwait Brutkästen aus Krankenhäusern gestohlen und insgesamt über 300 Frühgeborene auf dem Fußboden zurückgelassen, wo sie starben. Das Ziel dieser Propagandalüge war es, zweifelnde Politiker und insbesondere auch die Bevölkerungen in den USA und anderen Staaten der &#8222;Anti-Hussein-Koalition&#8220; von der Notwendigkeit eines Waffenganges am Golf zu überzeugen. (&#8230;)</p>
<p>Wir können nicht verstehen, dass das ZDF jetzt, möglicherweise am Vorabend eines neuen Golfkrieges, seine Sendezeit dazu hergibt, diese in den USA aus naheliegenden Gründen hochumstrittene Produktion in der Bundesrepublik auszustrahlen. Wir weisen darauf hin, dass die Bevölkerung hier, ebenso wie in vielen anderen Staaten, mehrheitlich gegen einen neuen Golfkrieg ist und dass es nicht in ihrem Sinne und nicht im Sinne einer kritischen Auseinandersetzung mit Krieg, Kriegspropaganda und der mehr als problematischen Rolle der Medien dabei, sein kann, dass hier ein Gräuelmärchen, das 1990/91 zur Legitimation des damaligen Krieges beigetragen hat, gerade jetzt in dieser Form nachträglich und fälschlich noch einmal als Tatsache dargestellt wird. (&#8230;) Wir kritisieren außerdem nachdrücklich, dass auf der Internetseite des ZDF zum Film, sei es aufgrund unzureichender Recherchen oder sogar bewusster Vorenthaltung durch die Redaktion, kein einziger Hinweis auf diese Problematik zu finden ist. Wir fordern alle Fernsehzuschauer auf, sich an das ZDF (Postfach 4040, 55100 Mainz, Tel.: 06131/702161, Fax: 06131/702170, E-Mail Redaktion Montagskino) zu wenden und gegen die Geschichtsklitterung, die im Film betrieben wird zu protestieren. Wir erwarten darüber hinaus vom ZDF, dass es, um den hier verursachten politischen und gesellschaftlichen Schaden zu begrenzen, so schnell wie möglich eine Sendung gestaltet, in der unter Einbeziehung unabhängiger Experten ausführlich über die Hintergründe der Kriegspropaganda damals wie heute aufgeklärt wird.&#8220;</p>
<p>Im Verlauf des Montagsabends hat die ZDF-Internetredaktion die Begleitseiten zur Fernsehsendung &#8222;Live aus Bagdad&#8220; ausgetauscht. Nun informieren ein Begleittext und einige verlinkte externe Texte über den Hintergrund der im Film fälschlicherweise als wahr dargestellten &#8222;Brutkasten-Lüge&#8220; aus dem Golfkrieg 1991. Auch der aus dem englischen übersetzte Original-Kommentar von HBO im Abspann (s. u.) wurde vom ZDF um eine eigene Stellungnahme ergänzt. Darin heißt es: &#8222;Die Vorwürfe, irakische Soldaten hätten in kuwaitischen Krankenhäusern Babies aus Brutkästen herausgenommen und sterben lassen, wurden zwischenzeitlich widerlegt und gelten unter Fachleuten als gezielte Falschmeldung.&#8220;</p>
<p>Es steht zu hoffen, dass dadurch zumindest die Fernsehzuschauer, die auch einem Filmabspann ihre Aufmerksamkeit schenken, angeregt werden, darüber nachzudenken, warum &#8222;Live aus Bagdad&#8220; mit einem korrigierenden &#8220;Beipackzettel&#8220; ausgestattet werden musste; und dass die Zuschauer, die über einen Internetanschluss verfügen sowie über den entsprechenden Forschergeist (der Nachspann enthielt keinen Hinweis auf den Internet-Epilog), die auf den ZDF-Internetseiten zur Verfügung gestellten Informationen als Anregung nutzen, sich nun kritisch mit den politisch-militärischen Propagandastrategien der US-Regierung auseinandersetzen.</p>
<p><strong>Die &#8222;Brutkasten-Story&#8220;</strong></p>
<p>Der US-Kabelsender HBO, wie CNN im Besitz des Medienkonzerns Time Warner Entertainment Company, produzierte &#8222;Live from Baghdad&#8220; nach eigenen Angaben als Doku-Drama (= Spielfilm auf der Basis wahrer Begebenheiten) über die CNN-Golfkriegsberichterstattung 1991. Als die, laut HBO-Pressetext, &#8222;echte Hintergrund-Story&#8220; am 4. Dezember 2002 in den USA erstmals ausgestrahlt wurde, schlug die amerikanische Medienorganisation Fairness and Accuracy in Reporting (FAIR) jedoch angesichts der dargestellten &#8222;Hintergründe&#8220; Alarm[1] . &#8222;Live from Baghdad&#8220; präsentiert die im Vorfeld des Golfkrieges von der Public Relations-Firma Hill &amp; Knowlton (H&amp;K) erwiesenermaßen erfundene und inszenierte &#8222;Brutkasten-Story&#8220; als reales Ereignis, obwohl schon seit elf Jahren bekannt ist, dass es sich dabei um eine Propagandalüge handelt.</p>
<p>Kurz vor dem ersten Jahrestag des Golfkriegsbeginns, am 6. Januar 1992, hatte der US-amerikanische Publizist und Herausgeber des hochangesehenen Harper&#8217;s Magazine, John MacArthur, in seinem New York Times-Artikel &#8222;Remember Nayirah, Witness for Kuwait?&#8220;[2] die Lügengeschichte entlarvt, das WDR-Magazin Monitor berichtete am 29.3.1992 von MacArthur&#8217;s Enthüllungen und lieferte weitere Fakten nach.</p>
<p>Zum Hintergrund: Im Spätsommer 1990 hatte die in den USA operierende kuwaitische Lobbyorganisation &#8222;Citizens for a free Kuwait&#8220; die weltweit größte PR-Agentur Hill &amp; Knowlton für eine Kampagne engagiert, die im Vorfeld des Waffenganges gegen den Irak 1990/91 nicht nur zweifelnde Politiker, sondern insbesondere auch die Bevölkerungen in den USA und den anderen Staaten der &#8222;Anti-Hussein-Koalition&#8220; von der Notwendigkeit eines Waffenganges am Golf überzeugen sollte. H&amp;K kassierte für ihre Bemühungen allein in den ersten 90 Tagen ab Anfang August 1990 mehr als 5,5 Millionen. und insgesamt 10,8 Millionen US-Dollar.[3]</p>
<p>Das wohl international Aufsehen erregendste Element der H&amp;K-Kampagne war die Verbreitung der Gräuelgeschichte, plündernde Soldaten der irakischen Besatzungsmacht hätten in Kuwait Brutkästen aus Krankenhäusern gestohlen und insgesamt über 300 Frühgeborene auf dem Fußboden zurückgelassen, wo sie starben. In einem Hearing vor dem Menschenrechtsausschuss des US-Kongresses am 19. Oktober 1990 berichtete ein 15-jähriges Mädchen namens &#8222;Nayirah&#8220;, die man als geflüchtete kuwaitische Schwesternhelferin und Augenzeugin vorstellte, sie selbst habe im al-Adan Hospital in Kuwait City beobachtet, wie irakische Soldaten 15 Babies aus Brutkästen nahmen und &#8222;auf dem Steinboden sterben ließen&#8220;.</p>
<p>Die Vorsitzenden des Ausschusses, Tom Lantos, Demokratische Partei, und John Edward Porter, Republikaner, baten während des Hearings um Verständnis dafür, dass der Ausschuss Nayirahs wahre Identität verheimlichen müsse, um deren Familie in Kuwait vor Repressionen zu schützen. John MacArthur berichtete später:</p>
<p><em>&#8222;Kein Teilnehmer des Hearings, auch kein Reporter, fragte. &#8216;Nayirah, das ist eine schreckliche Geschichte und ich bin den Tränen nahe. Aber was hast Du getan? &#8230; Hast Du Hilfe gerufen? Was ist dann geschehen?&#8217; Die elementarsten Fragen die ein Reporter stellen sollte, wurden nicht gestellt. Nayirah war ein fantastischer Propagandaerfolg. Hill &amp; Knowlton produzierten einen brillianten Nachrichtenfilm über das Hearing und verteilten ihn weltweit. Millionen Menschen sahen das Video in den NBC Nightly News. &#8230; Das war der Beginn, die Kampagne &#8216;bekam Beine&#8217;, wie wir im Public Relations- und Nachrichtengeschäft sagen.&#8220;[4]</em></p>
<p>Am 27. November 1990 wiederholte Nayirah ihre Schilderungen sogar vor dem UN-Sicherheitsrat, gemeinsam mit einem weiteren Augenzeugen, der als Chirurg Dr. Behbehani vorgestellte wurde und nach eigenen Angaben einem Begräbnis von 40 Babys beigewohnt hatte, die auf die gleiche Weise ermordet worden waren.</p>
<p>Der Coup gelang. Die Horrorstory beeinflusste die Debatte über eine militärische Intervention in den nächsten Monaten nachhaltig und sogar Amnesty International übernahm die Geschichte und prangerte die Verbrechen der irakischen Besatzungsarmee in Kuwait an. Nach John MacArthur hatte keine der vielen Anschuldigungen gegen Saddam Hussein mehr Einfluss auf die öffentliche Meinung in den USA als die von den ermordeten Babys in Kuwait City.[5]</p>
<p>Umfragen hätten gezeigt, dass 50 Prozent der Bevölkerung weitere Sanktionen, 50 Prozent ein militärisches Eingreifen forderten. Als der US-Senat am 12. Januar mit einer äußerst knappen Mehrheit die Kriegsresolution der Bush-Administration befürwortete, gaben sechs Senatoren an, die Brutkasten-Geschichte sei der ausschlaggebende Grund für ihre Entscheidung gewesen, einem Krieg zuzustimmen..&#8220;[6]</p>
<p>Die Brutkasten-Story hielt sich nicht nur bis Ende des Krieges in den Massenmedien, sondern wurden auch von den Regierungen der am Krieg beteiligten &#8222;Anti-Hussein-Koalition&#8220; immer wieder zur innenpolitischen Legitimation des Waffengangs gegen den Irak vorgebracht. Der ABC-Reporter John Marti war der erste Journalist, der nach der Befreiung Kuwaits den Behauptungen über die Ermordung kuwaitischer Babys nachging. Er interviewte Krankenhausärzte, die während der irakischen Besetzung im Land geblieben waren und niemand von ihnen konnte Nayirahs und Dr. Behbehanis Behauptungen bestätigen. Auch verschiedene Menschenrechtsgruppen forschten nach und konnten ebenfalls keine Hinweise darauf finden, dass die &#8222;Brutkasten-Story&#8220; einen realen Hintergrund hatte. Amnesty International distanzierte sich von der Geschichte.</p>
<p>Wie sich später herausstellte, war Dr. Behbehani ein Zahnarzt und kein Chirurg, der nach dem Krieg offen zugab, dass er gelogen hatte.[7] Bei Nayirah, das fand John MacArthur heraus, handelte es sich in Wirklichkeit um die Tochter des kuwaitischen Botschafters in den USA, Saud Nasir al-Sabah. Wo sie sich im August und September 1990 aufgehalten hatte, konnte MacArthur damals nicht ermitteln. Die kuwaitische Botschaft reagierte auf seine Nachfragen schroff; sie verweigerte jegliche Stellungnahme und schirmte Nayirah vor der Presse ab.</p>
<p>MacArthurs Recherchen über die Hintergründe der &#8222;Brutkasten-Lüge&#8220; förderten nicht nur zutage, dass der Vizepräsident von Hill &amp; Knowlton, Gary Hymel, direkt an der Vorbereitung des Kongress-Hearings mit Nayirah im Oktober 1990 beteiligt war, sondern auch, dass die beiden Kongressabgeordneten Tom Lantos und John Edward Porter, die Nayirah vor den Menschenrechtsausschuss des US-Kongresses geladen hatten, enge Verbindungen zu H&amp;K und ihrem Auftraggeber &#8222;Citizens for a Free Kuwait&#8220; pflegten: Die Spendenorganisation des Menschenrechtsausschusses, die Human Rights Foundation, die Lantos und Porter 1985 selbst gegründet hatten, residierte zu einem verminderten Mietpreis im H&amp;K-Stammhaus und die &#8222;Citizens for a Free Kuwait&#8220; hatten der Stiftung nach dem irakischen Einmarsch in Kuwait 50.000 US-Dollar gespendet.</p>
<p><strong>&#8222;Live from Baghdad&#8220;: Die Erneuerung der &#8222;Brutkasten-Lüge&#8220; durch HBO</strong></p>
<p>Die HBO-Produktion, die am Montag im ZDF ausgestrahlt wurde, stellt die skizzierte Propaganda-Story nicht nur als reale Begebenheit dar, sondern auch als Beispiel dafür, wie Saddam Hussein während des Golfkrieges 1991 westliche Journalisten zu Propagandazwecken missbraucht haben soll.</p>
<p>Gleich nach Bekanntwerden der Gräueltaten, so heißt es in &#8222;Live from Baghdad&#8220;, hätte die irakische Regierung mehrere CNN-Reporter zu Nachrecherchen nach Kuwait eingeladen und Treffen mit &#8222;vorgeblichen Augenzeugen&#8220; inszeniert, um die &#8222;Tatsachenberichte&#8220; als Gerüchte zu entkräften. Die CNN-Leute seien gezielt instrumentalisiert worden, so HBO, um aus der Wahrheit eine Lüge zu machen. Robert Wiener, Co-Autor von &#8222;Live from Baghdad&#8220; (im Film dargestellt von Michael Keaton), gab schon im November in einem CNN-Interview zu, wider besseren Wissens am Film-Manuskript für HBO gearbeitet zu haben: &#8222;Die [Brutkasten-]Geschichte stellte sich als Lüge heraus, weil keine der Anschuldigungen &#8230; je bewiesen werden konnte.&#8220;[8]</p>
<p>Nachdem die Ausstrahlung von &#8222;Live from Baghdad&#8220; in den USA eine Flut kritischer Reaktionen auslöste, reagierte der Sender, wenn auch eher halbherzig, indem er auf seiner <a href="http://www.hbo.com/films/livefrombaghdad/related.shtml" target="_blank">Internetseite</a> zum Film John R. MacArthurs ersten Artikel &#8222;Remember Nayirah, Witness for Kuwait?&#8220; vom 6.1.1992 dokumentiert. Dazu, dass die von MacArthur und anderen Journalisten dort (und später) aufgedeckten Hintergründe in krassem Widerspruch zu den Darstellungen im Film stehen, heißt es auf der Seite: &#8222;Im Zeitraum, auf den sich unser Film bezieht, kursierte die weitverbreitete Behauptung, irakische Soldaten hätten Babys aus Brutkästen genommen. Diese Behauptung konnten nie bewiesen werden.&#8220; Dieser Text erscheint nun auch im Nachspann des Films. FAIR begrüßte Anfang Januar zwar die Reaktion von HBO, kritisiert sie aber zugleich als nicht ausreichend:</p>
<p>&#8222;Da die meisten TV-Zuschauer den Nachspann eines Films nicht lesen, ist zu bezweifeln, dass viele die Klarstellung überhaupt wahrnehmen. Auch wenn es hilfreich ist, dass HBO das Problem im Film bestätigt, ist die Bemerkung, dass die &#8216;Behauptung nie bewiesen werden konnte&#8217; eine Untertreibung. Es wäre korrekter, darauf hinzuweisen, dass die Versuche, die Story nach dem Golfkrieg zu bestätigen, aufgedeckt haben, dass sie eine Erfindung war. Zum Beispiel erklärte ein Vertreter des kuwaitischen Gesundheitsministeriums gegenüber ABC&#8217;s World News Tonight am 15. März 1991: &#8216;Ich glaube, dass das einfach nur ein Teil der Propaganda war.&#8217;&#8220;[9]</p>
<p><strong>&#8222;Live aus Bagdad&#8220; im ZDF: Die Kolportage der gezielten Falschmeldung als Symptom für das beständige Unvermögen der Massenmedien mit Kriegspropaganda umzugehen</strong></p>
<p>Auch wenn &#8222;Live aus Bagdad&#8220; nur ein Randphänomen im aktuellen US-amerikanischen Kriegsdiskurs ist, so illustriert der Film doch in zweierlei Hinsicht paradigmatisch die Auswirkungen kriegsbedingter (Selbst-)Täuschungs- und Legitimationsstrategien: Erstens: Ist eine Lüge erst einmal in der Welt, kann sie eine Menge Schaden anrichten, bevor sie aufgedeckt wird. Das wissentliche oder unwissentliche Kolportieren solcher Lügen fällt zweitens früher oder später auf ihre Überbringer und nicht auf die Urheber zurück.</p>
<p>Das ZDF hat mit der Ausstrahlung dieses Films, der ehrlicherweise den Hinweis &#8222;Vorsicht: Propaganda&#8220; verdient hätte, nicht an Glaubwürdigkeit gewonnen. Vielmehr hat es die Sorge vieler Fernsehzuschauer bestätigt, die aufgrund der einschlägigen Erfahrungen während des Golfkrieges 1991 und der Kriege danach davon ausgehen müssen, dass es den etablierten Medien auch diesmal nicht gelingen wird, sich den &#8222;Einflussoperationen&#8220; zu entziehen, mit denen die Protagonisten des Krieges uns, den Kriegszuschauern &#8211; vermittelt über die Berichterstattung der Massenmedien &#8211; den Krieg &#8222;verkaufen&#8220; wollen.</p>
<p>Elvi Claßen (Dipl. Soz.-Wiss.) arbeitet als Medienwissenschaftlerin über das Thema &#8222;Krieg und Informationsgesellschaft&#8220; und ist Mitglied der Forschungsgruppe Informationsgesellschaft und Sicherheitspolitik.</p>
<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top"><a href="1.html#l1">[1]</a> FAIR Action Alert: <a href="http://www.fair.org/activism/hbo-gulf-hoax.html">HBO Recycling Gulf War Hoax?</a>, December 4, 2002<a href="1.html#l2">[2]</a> MacArthur, J. R.: Remember Nayirah, <a href="http://www.mindfully.org/Reform/Nayira-Witness-Incubator-Kuwait6jan92.htm">Witness for Kuwait?</a> In: The New York Times, Op-Ed, January 6, 1992</p>
<p><a href="1.html#l3">[3]</a> John MacArthur: Die Schlacht der Lügen. Wie die USA den Golfkrieg verkauften. München 1992, S. 60. Nur noch im Original auf dem Markt; Titel: Second Front: Censorship and Propaganda in the Gulf War. University of California Press, 1. September 1993.</p>
<p><a href="1.html#l4">[4]</a> Zitiert nach: John MacArthur auf dem Independent Policy Forum: <a href="http://www.independent.org/tii/content/events/f_macarth.html">Censorship and Propaganda in the Gulf War</a>: How Government Can Mold Public Opinion&#8220; am 7.10.1993.</p>
<p><a href="1.html#l5">[5]</a> PR Watch: <a href="http://www.prwatch.org/books/tsigfy10.html">How PR Sold the War in the Persian Gulf</a>. Excerpted from Toxic Sludge Is Good For You, Chapter 10, 1995.</p>
<p><a href="1.html#l6">[6]</a> Zitiert nach: John MacArthur auf dem Independent Policy Forum: <a href="http://www.independent.org/tii/content/events/f_macarth.html">Censorship and Propaganda in the Gulf War</a>: How Government Can Mold Public Opinion&#8220; am 7.10.1993.</p>
<p><a href="1.html#l7">[7]</a> John MacArthur auf dem Independent Policy Forum: <a href="http://www.independent.org/tii/content/events/f_macarth.html">Censorship and Propaganda in the Gulf War</a>: How Government Can Mold Public Opinion&#8220; am 7.10.1993.</p>
<p><a href="1.html#l8">[8]</a> FAIR Action Alert: <a href="http://www.fair.org/activism/hbo-gulf-hoax.html">HBO Recycling Gulf War Hoax?</a>, December 4, 2002</p>
<p><a href="1.html#l9">[9]</a> FAIR: ACTIVISM UPDATE: <a href="http://www.fair.org/activism/hbo-incubators-update.html">HBO Adds Disclaimer to Gulf War Movie</a>. January 3, 2003.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/wasgeschahwirklich.wordpress.com/77/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/wasgeschahwirklich.wordpress.com/77/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/wasgeschahwirklich.wordpress.com/77/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/wasgeschahwirklich.wordpress.com/77/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/wasgeschahwirklich.wordpress.com/77/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/wasgeschahwirklich.wordpress.com/77/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/wasgeschahwirklich.wordpress.com/77/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/wasgeschahwirklich.wordpress.com/77/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/wasgeschahwirklich.wordpress.com/77/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/wasgeschahwirklich.wordpress.com/77/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/wasgeschahwirklich.wordpress.com/77/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/wasgeschahwirklich.wordpress.com/77/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/wasgeschahwirklich.wordpress.com/77/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/wasgeschahwirklich.wordpress.com/77/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wasgeschahwirklich.wordpress.com&amp;blog=9700692&amp;post=77&amp;subd=wasgeschahwirklich&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">&#34;Nayirah&#34; vor Menschenrechtsausschuss</media:title>
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		<item>
		<title>Operation &#8222;Whitecoat&#8220;: Experimente mit Biowaffen an Mensch und Tier</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Nov 2009 17:38:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>forgottentruth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschenversuche]]></category>
		<category><![CDATA[biological warfare]]></category>
		<category><![CDATA[CIA]]></category>
		<category><![CDATA[Franklin D. Roosevelt]]></category>
		<category><![CDATA[Hjalmar Schacht]]></category>
		<category><![CDATA[John F. Kennedy]]></category>
		<category><![CDATA[Operation Weiße Weste]]></category>
		<category><![CDATA[Operation Whitecoat]]></category>
		<category><![CDATA[OSS]]></category>
		<category><![CDATA[Richard Nixon]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[Bereits seit 1941 / 1942 gibt es in den USA auf Anweisung von Präsident Franklin D. Roosevelt ein Programm, dass die Kriegsführung mit biologischen Waffen untersuchen sollte. Das ganze nannte sich &#8222;biological warfare program&#8220; &#8211; in einigen Publikationen auch als &#8222;bacteriological warfare&#8220; bezeichnet &#8211; und umfasste sowohl die Produktion und Lagerung von acht verschiedenen biologischen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wasgeschahwirklich.wordpress.com&amp;blog=9700692&amp;post=67&amp;subd=wasgeschahwirklich&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bereits seit 1941 / 1942 gibt es in den USA auf Anweisung von Präsident Franklin D. Roosevelt ein Programm, dass die Kriegsführung mit biologischen Waffen untersuchen sollte. Das ganze nannte sich &#8222;biological warfare program&#8220; &#8211; in einigen Publikationen auch als &#8222;bacteriological warfare&#8220; bezeichnet &#8211; und umfasste sowohl die Produktion und Lagerung von acht verschiedenen biologischen Kampfstoffen, sowie über 150 Versuche an lebenden Objekten, so z.B. Gefängnisinsassen und Kriegsdienstverweigerern &#8211; aber auch Versuche in öffentlichen U-Bahnen! Unglaublich? Ja, aber leider wahr&#8230;</p>
<p><span id="more-67"></span>Als das Programm zu Beginn des 2. Weltkriegs in&#8217;s Leben gerufen wurde, war es ursprünglich nur zur Verteidigung gedacht, d.h. man wollte die Möglichkeiten untersuchen, Soldaten und Bevölkerung gegen biologische und chemische Angriffe zu schützen. Aber im Laufe der Jahre wurde ein Kurswechsel vollzogen und ab dem Jahr 1956 untersuchte man auch den eigenen Einsatz biologischer und chemischer Waffen. Dazu gehörte auch die Entwicklung eigener Kampfstoffe &#8211; woraus u.a. das berüchtigte &#8222;Agent Orange&#8220; stammte, welches im Vietnamkrieg eingesetzt wurde.</p>
<p>Aus einem &#8222;Spiegel&#8220;-Artikel aus dem Jahr 1977 geht hervor, dass im Rahmen dieses Programms z.B. auch Tests an der unwissenden Bevölkerung durchgeführt wurden. So wollte man beispielsweise untersuchen, wie sich Aerosole im U-Bahn System ausbreiten. Dazu benutzte man eine Glühbirne, die aus einem fahrenden Zug geworfen wurde, Zitat:</p>
<blockquote><p>Sie war gefüllt mit angeblich harmlosen Bakterien des Typs Serratia marcescens. &#8222;Es verteilte sich gut durch das gesamte U-Bahn-System&#8220;, berichtete der Pentagon-Angestellte Charles A. Senseney. &#8222;Wir begannen unten um die 14. Straße herum und machten Stichproben bis hinauf zur 58, Straße &#8212; und überall war eine ganze Menge Aerosol.&#8220;</p></blockquote>
<p>Allerdings stellte sich später heraus, dass diese Bakterien doch nicht so ungefährlich waren, wie vom Militär behauptet!</p>
<p>Insgesamt 239 Mal &#8211; davon unglaubliche 27 mal in der Öffentlichkeit &#8211; wurde mit den Bakterien &#8222;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Serratia_marcescens" target="_blank">Serratia marcescens</a>&#8220; oder &#8222;Bacillus subtilis variant niger&#8220; (auch Bacillus globigii genannt) oder den &#8222;<a href="http://sciencev1.orf.at/science/news/142822" target="_blank">Fungus aspergillus fumigatus</a>&#8220; getestet, wie man einen bakteriologischen Krieg offensiv führen und wie man sich dagegen verteidigen kann: mindestens acht amerikanische Städte und Militäreinrichtungen sind zwischen 1950 und 1966 bakteriologischen Scheinangriffen ausgesetzt gewesen!</p>
<p>Gesundheitliche Auswirkungen, die nach Bekanntwerden dieser und weiterer Versuche in Zusammenhang mit den Tests gebracht wurden:</p>
<ul>
<li>während bakteriologischer Tests in Fort McClellan, Alabama, habe sich die Anzahl der Fälle von Lungenentzündung in der Umgebung verdoppelt</li>
<li>nach Versuchen in Key West, Florida ist ein Anstieg von Lungenentzündung um das Zehnfache und ein Anstieg dadurch bedingter Todesfälle um das Siebenfache zu verzeichnen gewesen</li>
<li>der bei Versuchen in Mechanixburg, Pennsylvania, eingesetzte Fungus aspergillus fumigatus sei keineswegs harmlos, sondern könne Aspergillose hervorrufen, eine seltene Krankheit, zu deren Symptomen Asthma-Attacken oder Infektionen der äußeren Gehörgänge zählten</li>
<li>1967 waren nach Versuchen im Bundesstaat Utah 6400 Schafe eingegangen, weil Schwaden von Nervengas ihre Weideplätze überweht hatten -Schwaden, die ebensogut eine Stadt hätten erreichen können</li>
<li>ebenfalls in Utah waren Antikörper der venezolanischen Pferde-Gehirnhautentzündung entdeckt worden, einer Krankheit, die gemeinhin in diesen Breiten Amerikas nicht vorkommt. Amerikas Bürger waren offensichtlich jahrzehntelang als Meerschweinchen wider Willen und ohne Wissen mißbraucht worden</li>
</ul>
<p>Ein Unterprogramm, welches auch auf der englischen Wikipedia zumindest Erwähnung findet und grob beschrieben ist, war die &#8222;Operation Whitecoat&#8220;. Im Rahmen dieser geheimen Operation, die von 1954 &#8211; 1973 durchgeführt wurde, nahmen mehr als 2.300 Personen Teil &#8211; größtenteils Kriegsdienstverweigerer, die zwar Angehörige der US-Armee waren, aber im medizinischen Dienst eingesetzt wurden. Es wird zwar beschrieben, dass die Personen freiwillig teilnahmen &#8211; allerdings ist auf der englischen Wiki-Seite auch zu lesen, dass viele der ursprünglichen Teilnehmer einen Sitzstreik durchführten, um mehr über die die Gesundheitsgefährdung der Tests zu erfahren! An deren Stelle wurden anschließend Männer der Glaubensgemeinschaft der Adventisten für die Versuche angeheuert.</p>
<p>Während der Tests wurden die Probanten u.a. den Erregern des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Q-Fieber" target="_blank">Q-Fiebers</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Milzbrand" target="_blank">Milzbrand</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tular%C3%A4mie" target="_blank">Hasenpest</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Typhus" target="_blank">Bauchtyphus</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hirnhautentz%C3%BCndung" target="_blank">Hirnhautentzündung</a> ausgesetzt. Es wird zwar immer wieder darauf hingewiesen, dass es bei den Tests keine Todesfälle gab &#8211; allerdings steht in der englischen Wiki auch zu lesen, dass die Armee nur von 1.000 der 2.300 Teilnehmer die Adressen hat, so dass es schwierig sein dürfte, eine seriöse Aussage über die Langzeitschäden der Tests zu treffen.</p>
<p>Hier ein <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40887508.html" target="_blank">Spiegel-Artikel aus dem Jahr 1977</a>, der sich dem biological warfare Programm widmet. Da mir beim Querlesen einige Tippfehler aufgefallen sind, die im eingescannten Original nicht vorhanden waren, habe ich den Scan auch nochmals als PDF bereitgestellt, der hier runterzuladen ist.</p>
<blockquote>
<h3>Enorme Bedrohung für die Welt</h3>
<p>Die US-Armee experimentierte mit bakteriologischen Waffen</p>
<p>Pest, Gelbfieber, Milzbrand und Fleckfieber können durch Kampfstoffe verbreitet werden, die Amerikas Armee von 1949 bis 1969 erprobte &#8212; und auch heute noch nicht aus ihrem Programm gestrichen hat. Ein Unterausschuß des US-Senats untersucht zur Zeit diese Praktiken, die zu einer Reihe mysteriöser Unfälle führten.</p>
<p>Der Feind ist unsichtbar, nur unter dem Mikroskop auszumachen. Er flutet durch U-Bahn-Schächte in New York, hängt über dem National Airport und dem &#8222;Greyhound&#8220;-Busbahnhof von Washington, kriecht durch Autobahntunnels in Pennsylvania.</p>
<p>Wer ihm begegnet, muß sich übergeben, wird ohnmächtig oder fällt um, auf der Stelle tot.</p>
<p>So oder ähnlich jedenfalls würde es nach Meinung amerikanischer Militärs und Wissenschaftler &#8212; aussehen, wenn es denn wider alles Erwarten zum BW-Ernstfall käme.</p>
<p>BW steht für biological oder bacteriological warfare, den Krieg mit biologischen oder bakteriologischen Waffen, dem die meisten Staaten der Welt zwar feierlich abgeschworen haben, auf den Amerikas Politiker und Militärs aber doch vorbereitet sein möchten.</p>
<p>Und so probten Militärs und Wissenschaftler den BW-Ernstfall &#8212; am lebenden Objekt, an Menschen, Tieren und Pflanzen.</p>
<p>Beispiel: Unter den Straßen von New York, im Südteil von Manhattan, wurde eine Glühbirne aus einem fahrenden Zug geworfen. Sie war gefüllt mit dem Treibstoff Aerosol und angeblich harmlosen Bakterien des Typs Serratia marcescens. &#8222;Es verteilte sich gut durch das gesamte U-Bahn-System&#8220;, berichtete der Pentagon-Angestellte Charles A. Senseney. &#8222;Wir begannen unten um die 14. Straße herum und machten Stichproben bis hinauf zur 58, Straße &#8212; und überall war eine ganze Menge Aerosol.&#8220;</p>
<p>Insgesamt 239 mal &#8212; 27mal in der Öffentlichkeit, im übrigen auf verschiedenen Militärbasen in den USA &#8212; suchten die Tester zwischen 1949 und 1969 nach Erkenntnissen, wie man einen bakteriologischen Krieg offensiv führen und wie man sich dagegen verteidigen kann. Und fast immer setzten sie dabei, neben phosphoreszierenden Teilchen, neben Schwefeldioxyd und Seifenblasen, die Bakterien Serratia marcescens oder Bacillus subtilis variant niger (auch Bacillus glöbigii genannt) oder den Fungus aspergillus fumigatus ein &#8212; nach Ansicht der Army-Wissenschaftler harmlose, in der Umwelt weitverbreitete Stoffe.</p>
<p>Zahlen und Einzelheiten stehen in einem zweibändigen Report, den die U.S. Army im Februar abschloß und im März veröffentlichte &#8212; nachdem amerikanische Journalisten zuvor erste Einzelheiten der bis dahin geheimgehaltenen Versuche enthüllt und berichtet hatten, im Gefolge der Tests seien amerikanische Staatsbürger gestorben oder schwer erkrankt.</p>
<p>Mindestens acht amerikanische Städte und Militäreinrichtungen, so um die Jahreswende die auf Long Island im Staate New York erscheinende Tageszeitung &#8222;Newsday&#8220;, seien zwischen 1950 und 1966 bakteriologischen Scheinangriffen ausgesetzt gewesen.</p>
<p>Unverändert hatten die Militärs den Wirkstoff Serratia marcescens benutzt, obwohl der längst in den Verdacht geraten war, schuld am Ausbruch einer Infektion in San Francisco gewesen zu sein, der ein Mensch zum Opfer fiel.</p>
<p>Während bakteriologischer Tests in Fort McClellan, Alabama, habe sich die Anzahl der Fälle von Lungenentzündung in der Umgebung verdoppelt.</p>
<p>Nach Versuchen in Key West, Florida. sei ein Anstieg von Lungenentzündung um das Zehnfache und ein Anstieg dadurch bedingter Todesfälle um das Siebenfache zu verzeichnen gewesen.</p>
<p>Und der bei Versuchen in Mechanixburg, Pennsylvania, eingesetzte Fungus aspergillus fumigatus sei keineswegs harmlos, sondern könne Aspergillose hervorrufen, eine seltene Krankheit, zu deren Symptomen Asthma-Attacken oder Infektionen der äußeren Gehörgänge zählten.</p>
<p>&#8222;Wenn man mich konsultiert und gefragt hätte&#8220;, zitierte &#8222;Newsday&#8220; den Arzt Dr. Libera Ajello vom US-Zentrum für Seuchenkrontrolle in Atlanta, &#8222;welchen Aspergillus ich für Scheinangriffe mit biologischen Waffen benutzen würde, wäre Fumigatus der letzte gewesen, den ich vorgeschlagen hätte, weil wir wissen, daß er pathogen (krankheitserregend) ist&#8220;.</p>
<p>Mit einem Male kamen auch frühere BW-Versuche wieder hoch. 1967 waren nach Versuchen im Bundesstaat Utah 6400 Schafe eingegangen, weil Schwaden von Nervengas ihre Weideplätze überweht hatten -Schwaden, die ebensogut eine Stadt hätten erreichen können.</p>
<p>Und ebenfalls in Utah waren Antikörper der venezolanischen Pferde-Gehirnhautentzündung entdeckt worden, einer Krankheit, die gemeinhin in diesen Breiten Amerikas nicht vorkommt. Amerikas Bürger. soviel schien sicher, waren jahrzehntelang als Meerschweinchen wider Willen und ohne Wissen mißbraucht worden.</p>
<p>Zwar dementierte die Army sofort: &#8222;Es gibt keinerlei Hinweise&#8220;, daß die Versuche &#8222;an irgendeinem der Testorte Tod durch Lungenentzündung verursachten&#8220;. Und in ihrem Report versucht sie, verständlicherweise, die &#8222;Newsday&#8220;-Enthüllungen herunterzuspielen: mit ärztlichen Gutachten, Attesten und wiederholten Hinweisen auf die &#8222;bemerkenswert gute Sicherheitsbilanz&#8220;.</p>
<p>Wohl seien im Fort Detrick, Maryland, dem Zentrum der amerikanischen BW-Forschung, drei Laborarbeiter ums Leben gekommen. 456 Personen hätten dort, 48 in anderen Labors Infektionen erlitten, aber das sei &#8222;besser als jeder industrielle Durchschnitt&#8220;. Die drei Todesfälle stellen eine niedrigere Sterblichkeitsrate dar als in irgendeiner anderen (verfügbaren) Übersicht über Laborinfektionen.</p>
<p>Tatsächlich aber bestätigt der Armee-Report im wesentlichen die ersten Presseberichte &#8212; und er verrät sogar noch ein wenig mehr: Seit Präsident Franklin D. Roosevelt 1941/42, kurz nach dem Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg, das BW-Programm in Auftrag gab,</p>
<ul>
<li>produzierten und lagerten die USA acht bakteriologische Kampfstoffe zum Einsatz gegen Menschen, darunter Viren und Bakterien, die Papageienkrankheit, Pest, Gelbfieber, Milzbrand und Fleckfieber auslösen;</li>
<li>veranstalteten US-Wissenschaftler über 150 Versuche am lebenden Objekt &#8212; mit Häftlingen des Staatsgefängnisses von Ohio und, im Rahmen der &#8222;Operation Weiße Weste&#8220; (operation whitecoat), mit Kriegsdienstverweigerern der Sieben-Tage-Adventisten: Alle Testpersonen hatten sich freiwillig für Versuche mit pathogenen Stoffen zur Verfügung gestellt.</li>
</ul>
<p>Peinlich genau listete die Army in ihrem Report jeden einzelnen Versuch auf &#8212; eingeschlossen die Zahl der Testpersonen. die Dauer des in dem einen oder anderen Fall erforderlichen Krankenhausaufenthaltes sowie das Ziel der jeweiligen Versuchsreihe. Nur über 21 &#8222;geheime Projekte&#8220;, an denen höchstens jeweils zehn Personen beteiligt waren, wurde der Schleier nicht gelüftet.</p>
<p>Ihren ersten Höhepunkt erreichte Amerikas BW-Rüstung 1956. Damals glaubten die Amerikaner aus einer Rede des Sowjetmarschalls Schukow auf dem 20. Parteitag der KPdSU herauslesen zu können, die Sowjets würden im Ernstfall bakteriologische und chemische Waffen zur Massenvernichtung einsetzen.</p>
<p>Daraufhin warfen die USA ihr 15 Jahre lang nur auf Verteidigung gegen BW-Angriffe gerichtetes Konzept über Bord und beschlossen, sich nun auch selbst auf den möglichen Einsatz bakteriologischer und chemischer Killer vor zubereiten. Die Entscheidung über der Einsatz sollte ausschließlich dem Präsidenten vorbehalten bleiben.</p>
<p>Fortan wurde die Produktion offensiver BW-Killerwaffen verstärkt und auch die Fests am lebenden und toter Objekt &#8212; wie Weizen- und Reispflanzen &#8212; intensiviert.</p>
<p>Ausdrücklich bestätigte die Eisenhower- Regierung kurz vor den Präsidentschaftswahlen von 1960 noch einmal den Kurswechsel zur offensiven bakteriologischen Kriegsführung &#8212; und fand eifrige Schüler in der folgenden Kennedy-Administration.</p>
<p>Im Mai 1961 bereits, vier Monate nach Amtsantritt der neuen Regierung. wies Verteidigungsminister Robert S. McNamara, heute Präsident der Weltbank, die Vereinigten Stabschefs an. die Einsatzmöglichkeiten bakteriologischer und chemischer Waffen zu analysieren und alle möglichen Anwendungsbereiche in Erwägung zu ziehen&#8220;.</p>
<p>Ein umfassendes Programm antworteten die Stabschefs, werde vier Milliarden Dollar kosten &#8212; was den damaligen Forschungsdirektor des Pentagon und heutigen Verteidigungsminister der Carter-Regierung, Harald Brown, nicht davon abhielt, &#8222;entschieden dem Standpunkt der Vereinigten Stabschefs zuzustimmen, daß diese Waffen ein großes Potential darstellen&#8220;. Im Pine Bluff Arsenal im Bundesstaat Arkansas wuchsen bald darauf die Vorräte an bakteriologischen Kampfstoffen, die unter anderem -weil Dauerkühlung vonnöten war &#8212; in 273 Iglus gelagert wurden. In anderen BW-Instituten wurde eifrig an der Entwicklung neuer Waffen geforscht.</p>
<p>Dazu gehörten auch jene Herbizide. die Amerika bald darauf im Vietnamkrieg einsetzte, um den Dschungel Südostasiens zu entlauben. Das waren &#8222;war im Wortsinn keine bakteriologischen Waffen &#8212; doch Amerika geriet in den Augen der Weltöffentlichkeit zunehmend in den Verdacht, in Vietnam einen bakteriologischen Krieg zu führen. Am 25, November 1969 schließlich. nicht zuletzt unter dem Druck der Vereinten Nationen, verpflichtete sich Präsident Richard Nixon für die Vereinigten Staaten zum absoluten Verzicht auf den Einsatz bakteriologischer Waffen.</p>
<p>Ein Ende der Experimente mit BW-Kampf- oder &#8212; Ersatzstoffen aber bedeutete das keineswegs. Zwar wurden bis Februar 1973 bakteriologische Kampfstoffe vernichtet, die Produktionsstätten sterilisiert und entweder an die Privatindustrie oder an andere Regierungsbehörden verkauft. Von der Vernichtung ausgenommen jedoch wurden solche Wirkstoffe, die erforderlich sind für die defensive BW-Forschung&#8220; (Army-Report&gt;.</p>
<p>Die beiden blauen Report-Bände der Army sind denn auch offensichtlich nur ein Teil der ganzen Wahrheit &#8211;Grund genug für einen Unterausschuß des Senats (Vorsitzender: Edward Kennedy), hearings über das gesamte System der bakteriologischen Kriegsführung Amerikas zu beginnen.</p>
<p>Gleich zu Beginn der Beratungen veröffentlichte Kennedy selbst die Zusammenfassung eines bis dahin geheimen CIA-Berichts über die Erfahrungen des Geheimdienstes mit bakteriologischen Waffen.</p>
<p>Der CIA-Vorläufer OSS, so ergab sich daraus, hatte zumindest einmal bakteriologische Kampfstoffe sogar eingesetzt: Um die Teilnahme des deutschen Reichsbankpräsidenten Hjalmar Schacht an einem Wirtschaftstreffen zu vereiteln, wurde ihm eine Lebensmittel-Vergiftung verabreicht.</p>
<p>Es war vermutlich das erste Eingeständnis, daß auch die USA schon offensiv bakteriologisch Krieg geführt haben &#8212; wenngleich nicht enthüllt wurde, wann und wie die OSS-Agenten dem deutschen Finanzmann die Lebensmittelvergiftung verpaßten.</p>
<p>Und wenig später enthüllte der BW-Experte Lowell Poule, ein Spezialistenteam aus Fort Detrick habe 1969/ 1970 einen Scheinangriff gegen die Klimaanlagen des Capitols und des Weißen Hauses sowie gegen Trinkwasser in einem Bundesgebäude geführt. Poule: &#8222;Wären die Teams der Army richtige Terroristen gewesen, der Präsident und der ganze Kongreß wären umgekommen.&#8220;</p>
<p>Einzelheiten dieser Versuche &#8212; die von der Army sofort dementiert wurden &#8212; sowie anderer Tests von Army und CIA will Poule in einem Buch veröffentlichen, das noch in diesem Jahr erscheinen soll.</p>
<p>Auch die Protokolle der Kennedy-Hearings werden binnen kurzem gedruckt vorliegen und den Army-Report gewiß ergänzen &#8212; vielleicht auch dort, wo jetzt nur sybillinisch steht: Im Interesse einer wirksamen Verteidigung Amerikas gegen einen BW-Angriff können Scheinangriffe veranstaltet werden, wenn zusätzliche Daten nötig sind&#8220;.</p>
<p>Will heißen: Auch nach dem Verzicht Amerikas auf den Einsatz bakteriologischer Waffen, auch nach der Veröffentlichung des Army-Reports könnte es durchaus sein, daß wieder angeblich harmlose Bakterien durch U-Bahn-Schächte und Autobahntunnel fluten.</p>
<p>Dr. Alexander D. Langmuir, über 20 Jahre lang einer der führenden Männer des Zentrums für Seuchenkontrolle in Atlanta:,, Der bakteriologische Krieg stellt nach wie vor eine enorme Bedrohung für die Welt dar, die Vereinigten Staaten benötigen daher ein fortlaufendes BW-Programm.&#8220;</p>
<p>DER SPIEGEL 21 / 1977</p>
<p>Alle Rechte vorbehalten</p>
<p>Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH &amp; Co. KG.</p></blockquote>
<p>Neben diesem Artikel habe ich auch noch einen Text aus der <a href="http://www.nzzfolio.ch/www/d80bd71b-b264-4db4-afd0-277884b93470/showarticle/98927173-6c6d-46ef-895b-23fd3b2e5af2.aspx" target="_blank">NZZ Folio gefunden</a>, den ich hier einstellen möchte. Er beschreibt den Ablauf eines der o.g. &#8222;operation Whitecoat&#8220; Experimente mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Q-Fieber" target="_blank">Q-Fieber</a> Erregern aus Sicht des Probanten Lloyd Long. Mir persönlich ist er zwar etwas zu unkritisch (alles Friede, Freude, Eierkuchen) &#8211; aber um einen etwas besseren Einblick in die Versuche zu bekommen, vielleicht ganz interessant.</p>
<blockquote><p>NZZ Folio 04/03</p>
<h3>Das Experiment &#8212; Atmet ruhig, ganz ruhig</h3>
<p>Am 12. Juli 1955 sassen 30 Adventisten auf Barhockern in der Wüste: ein Biowaffentest auf Amerikanisch.</p>
<p>Von Reto U. Schneider</p>
<p>ALS DIE SIRENE kein zweites Mal heulte, wusste Lloyd Long, dass es in dieser Nacht ernst galt. Vor sechs Tagen war der 18-Jährige mit einer Gruppe Freiwilliger in der Nähe des Testgeländes Dugway in der Wüste Utahs angekommen. Seither spielte sich jeden Abend dasselbe Prozedere ab: Kurz vor Sonnenuntergang wurden er und die andern Männer von einem Lastwagen abgeholt und in ein verlassenes Stück Wüste gefahren. Dort wuschen sie sich unter provisorischen Freiluftduschen, zogen sich frische Kleider an und gingen mit einer Decke unter dem Arm an ihren zugewiesenen Platz: zu einem der barhockerähnlichen Stühle, die in einer fast einen Kilometer langen geraden Linie auf dem gepressten Sand bereitstanden. Auf Podesten zwischen den Hockern hatte es Käfige mit Rhesusaffen und Meerschweinchen.</p>
<p>Immer wenn die Sirene losging, musste Lloyd Long in Richtung des Bergs Granite Peak blicken und ruhig atmen. «Denkt daran», hatte Oberst William Tigertt, der für das Experiment verantwortliche Armeearzt, gesagt, «wenn ihr die Pumpen hört, atmet ruhig. Atmet ganz ruhig.» Normalerweise ging die Sirene dann ein zweites Mal los: das Zeichen, dass das Experiment wegen schlechter Windbedingungen nicht durchgeführt werden konnte. Die Männer wechselten wieder ihre Kleider und wurden zu den Baracken gebracht.</p>
<p>Doch in dieser Nacht des 12. Juli 1955 war der Wind ideal. Eine leichte Brise wehte vom Granite Peak her, und Lloyd Long konnte die Pumpen hören, die etwa einen Kilometer von ihm entfernt einen knappen Liter Bakterienbrühe in die Nacht sprühten. Für den Test war der Erreger des Q-Fiebers ausgewählt worden, das starke Kopf- und Muskelschmerzen und hohes Fieber verursacht. Die Krankheit verläuft meistens harmlos, doch durchschnittlich einer von dreissig Erkrankten starb damals daran. Lloyd Longs Gruppe bestand aus dreissig Leuten.</p>
<p>Long spürte kaum etwas vom dünnen Nebel, der über ihn wegzog. Erst als Leute in Schutzanzügen auftauchten, wusste er, dass es vorbei war. Er musste duschen, sich unter eine Ultraviolettlampe stellen, die verbleibende Mikroben abtötete, und noch einmal duschen. Seine Kleider wurden verbrannt. Darauf wurde die ganze Gruppe nach Fort Detrick in der Nähe von Washington geflogen. Der erste und nach Aussagen der amerikanischen Armee bis heute einzige Freisetzungsversuch mit biologischen Waffen an Menschen ging in die zweite Phase.</p>
<p>Die amerikanische Regierung wusste damals, dass Japan im Zweiten Weltkrieg umfangreiche Experimente mit Biowaffen gemacht hatte, und sie vermutete, dass auch Moskau ähnliche Versuche durchführte. Öffentlich verurteilten die USA die biologischen Waffen zwar, doch im Geheimen begannen sie 1943 selber daran zu forschen. Als Hauptsitz der Wissenschafter diente Fort Detrick. Dort wurden Tierversuche gemacht, um die Eignung verschiedener Krankheitserreger als Waffen zu prüfen und Impfungen für die eigene Truppe zu entwickeln. Doch vom Tier auf den Menschen zu schliessen, war schwierig. Die Militärs kamen zum Schluss, dass nur Tests mit Menschen sie weiterbringen konnten.</p>
<p>Dass Menschen in der Medizin als Versuchskaninchen eingesetzt werden, ist nicht ungewöhnlich. Jedes Medikament wird vor seiner Einführung von Versuchspersonen eingenommen. Diese Tests hatten einzig die Nuance, dass dabei nicht versucht wurde, Leute mit einem Medikament zu heilen, sondern sie mit einem Erreger krank zu machen. Doch solange das mit dem Einverständnis der Betroffenen geschah, sahen die Leute in Fort Detrick kein Problem.</p>
<p>In der amerikanischen Armee gab es eine Gruppe von Soldaten, die sich besonders gut für diese Aufgabe eigneten. Die Männer der Glaubensgemeinschaft der Adventisten leisteten zwar aus religiösen Gründen keinen Dienst mit der Waffe, waren aber aussergewöhnlich gesund: Sie rauchten nicht und tranken weder Alkohol noch Kaffee. Zudem waren viele von ihnen Vegetarier. «Man musste sich nicht fragen, ob sie Symptome zeigten, weil sie Samstagnacht betrunken waren», beschrieb ein Kirchenmann die Vorzüge des seriösen Lebenswandels für die medizinische Forschung.</p>
<p>Oberst Tigertt kontaktierte die Kirchenführung, die sich schnell von der Ehrenhaftigkeit der Aufgabe überzeugen liess und den Plan, Adventisten für die Tests zu gewinnen, offiziell guthiess. Zwischen 1955 und 1973 meldeten sich 2200 junge Männer für diesen Dienst. Der Codename für die 153 streng geheimen Experimente – unter anderem mit Milzbrand, Hasenpest, Bauchtyphus und Hirnhautentzündung – lautete Operation Whitecoat.</p>
<p>Die ersten Tests waren jene Q-Fieber-Experimente, an denen Lloyd Long teilnahm. Vor dem Freilandversuch in Utah kam allerdings der «Eight Ball» zum Einsatz, eine dreizehn Meter hohe Hohlkugel aus rostfreiem Stahl in Fort Detrick, die die Angestellten nach der schwarzen Kugel im Pool-Billard benannt hatten.</p>
<p>Wenn Tests anstanden, betraten die Adventisten die telefonzellengrossen Kammern am Rand des «Eight Ball». Dort zogen sie sich Atemmasken an, die mit dem Inneren der Kugel verbunden waren. Ein Techniker konnte dann ferngesteuert Bakterien oder Viren im Innern der Kugel versprühen. Die Männer atmeten das Gemisch eine Minute lang ein und wurden dann sofort auf die Krankenstation gebracht, isoliert und beobachtet.</p>
<p>Dasselbe geschah nach der Rückkehr aus Utah: Die Männer warteten in Einzelzimmern mit Fernsehern, Büchern und Spielen auf die hämmernden Kopfschmerzen, die den Ausbruch des Q-Fiebers ankündigten. Etwa ein Drittel der Männer wurde tatsächlich krank. Die Schwere der Symptome war abhängig davon, ob sie bei den vorangegangenen Experimenten mit dem «Eight Ball» immun geworden waren. Auch die Position ihres Hockers in der Wüste war entscheidend. Lloyd Long, am Rand positioniert, war nach einem Tag im Bett wieder fit. Alle Versuchsteilnehmer wurden wieder vollkommen gesund.</p>
<p>Heute sind die meisten Whitecoat-Veteranen stolz auf ihren Einsatz. «Ich kenne keinen, der dabei war und später das Gefühl hatte, betrogen worden zu sein», sagt Lloyd Long, jetzt 66-jährig und pensionierter Versicherungsagent. Einige der Whitecoat-Freiwilligen werden seit dem Anschlag auf das World Trade Center und der wachsenden Angst vor Bioterrorismus regelmässig von Journalisten interviewt. Zwar gibt es Stimmen, die die engen Beziehungen zwischen der Armee und der Kirche der Adventisten kritisieren, auch wurde bereits in den sechziger Jahren die Frage aufgeworfen, ob eine Kirche, die Gewaltlosigkeit predigt, ein Biowaffenprojekt unterstützen dürfe. Gemessen an den damaligen Bräuchen, stellen Ethiker der Operation Whitecoat aber gute Noten aus. Die Freiwilligen wurden wiederholt über die Risiken informiert und konnten jederzeit aussteigen. Trotzdem würden solche Experimente heute kaum mehr bewilligt: Das Risiko für ein so empfindliches Organ wie die Lunge ist einfach zu gross.</p>
<p>Die in die Wüste entlassenen Bakterien wurden am nächsten Tag vom Sonnenlicht getötet. Von den zusätzlichen Meerschweinchen, die man am Highway 40, 55 Kilometer vom Testgelände entfernt, placiert hatte, erkrankte keines.</p></blockquote>
<p>Last but not least noch der aktuelle Eintrag aus der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Whitecoat" target="_blank">englischen Wikipedia zur &#8222;Operation Whitecoat&#8220;</a>:</p>
<blockquote>
<h3>Operation Whitecoat</h3>
<p>From Wikipedia, the free encyclopedia</p>
<p>Operation Whitecoat was the name given to a secret operation carried out by the US Army during the period 1954-1973, which included conducting medical experiments on volunteers nicknamed &#8222;White Coats&#8220;. The volunteers, all conscientious objectors and many members of the Seventh-day Adventist Church, consented to the research before participating. The stated purpose of the experiments was to defend troops and civilians against biological weapons, and it was believed that the Soviet Union was engaged in similar activities.</p>
<p><strong>Experiments</strong></p>
<p>Over 2300 U.S. Army soldiers, most of which were trained medics, contributed to the experiment by allowing themselves to be infected with viruses and bacteria that were considered likely choices for a biological attack. Whitecoat volunteers were exposed to Q fever, yellow fever, Rift Valley fever, Hepatitis A, Yersinia pestis (Plague), tularemia (rabbit fever), and Venezuelan equine encephalitis and other diseases. Also referred to as &#8222;white coats&#8220;[1], the volunteers were then treated for the illnesses to determine the effectiveness of antibiotics and vaccines. Some soldiers were given two weeks of leave in exchange for being used as a test subject. These experiments took place at Fort Detrick which is a US Army research center located outside Washington, D.C.[2]</p>
<p>This experiment is a good example of the proper employment of informed consent as dictated by the Nuremberg Code. The volunteers were allowed to consult with outside sources such as family and clergy members before deciding to participate. The participants were required to sign consent forms after discussing the risks and treatments with a medical officer. Of the soldiers that were approached about participating, 20% declined.[3] Much of the testing remains classified and Fort Detrick allows no visitors. Not even ex-soldiers who were exposed as part of the tests can visit.</p>
<p><strong>Results</strong></p>
<p>Many of the vaccines that protect against bio-warfare agents were first tested on humans in Operation Whitecoat.[4]</p>
<p>According to USAMRIID, the Whitecoat operation contributed to vaccines approved by the U.S. Food and Drug Administration (FDA) for yellow fever and hepatitis; investigational drugs for Q fever, Venezuelan equine encephalitis, Rift Valley fever, and tularemia. USAMRIID also states that Operation Whitecoat helped develop biological safety equipment including hooded safety cabinets, decontamination procedures, fermentors, incubators, centrifuges, and particle sizers.[5]</p>
<p><strong>US accountability office report</strong></p>
<p>The United States Government Accountability Office issued a report on September 28, 1994, which stated that between 1940 and 1974, the United States Department of Defense and other national security agencies studied hundreds of thousands of human subjects in tests and experiments involving hazardous substances.</p>
<p>A quote from the study:</p>
<p><em>“ 	Many experiments that tested various biological agents on human subjects, referred to as Operation Whitecoat, were carried out at Fort Detrick, Maryland, in the 1950s. The human subjects originally consisted of volunteer enlisted men. However, after the enlisted men staged a sitdown strike to obtain more information about the dangers of the biological tests, Seventh-day Adventists who were conscientious objectors were recruited for the studies.[6] 	”</em></p>
<p><strong>Long term health effects</strong></p>
<p>No Whitecoats died during the tests, nor are there any known post-test deaths attributable to the experiments.[1] The Army only has addresses for 1000 of the 2300 people known to have volunteered.[4] Only about 500 (23%) of the whitecoats have been surveyed and the military chose not to fund blood tests.[1] A handful of respondents claim to have lingering health effects[4], and at least one subject claims to have serious health problems as a result of the experiments.[1]</p>
<p><strong>See also</strong></p>
<ul>
<li>US Senate Report on chemical weapons</li>
<li>Project SHAD</li>
<li>Tuskegee Syphilis Study</li>
<li>US Biological Weapon Testing</li>
</ul>
<p><strong>Notes</strong></p>
<p>1. &#8222;<a href="http://www.pbs.org/wnet/religionandethics/week708/cover.html" target="_blank">Operation Whitecoat</a>&#8222;. PBS Religion &amp; Ethics NewsWeekly. 2003-09-24.</p>
<p>2. &#8222;<a href="http://news.bbc.co.uk/1/hi/programmes/file_on_4/4701196.stm" target="_blank">Hidden history of US germ testing</a>&#8222;. BBC. February 13 2006.</p>
<p>3. Stephenson, Jeffery; Arthur Anderson (2007). &#8222;<a href="http://www.bordeninstitute.army.mil/published_volumes/biological_warfare/BW-ch24.pdf" target="_blank">Ethical and Legal Dilemmas in Biodefense Research</a>&#8220; (pdf).</p>
<p>4. Snyder, David; staff researcher Bobbye Pratt (2003-05-06). &#8222;<a href="http://www.ph.ucla.edu/epi/Bioter/frontlinesbiowarfare.html" target="_blank">The Front Lines of Biowarfare</a>&#8222;. Washington Post.</p>
<p>5. L<a href="http://www.armymedicine.army.mil/news/mercury/05-06/usamriid.cfm" target="_blank">inden, Caree (2005-06). &#8222;USAMRIID Celebrates 50 Years of Science&#8220;. U.S. Army Medical Research Institute of Infectious Diseases</a>.</p>
<p>6. &#8222;<a href="http://www.gulfweb.org/bigdoc/rockrep.cfm" target="_blank">Staff Report prepared for the committee on veterans&#8217; affairs December 8, 1994 John D. Rockefeller IV, West Virginia, Chairman.</a>&#8222;.</p>
<p><strong>External links</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.pbs.org/wgbh/amex/weapon/program/weapon_08.html" target="_blank">The Living Weapon, chapter 8</a> about Operation Whitecoat, from the <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/American_Experience" target="_blank">American Experience</a> documentary video</li>
<li><a href="http://news.adventist.org/data/2003/09/1065534428/index.html.en" target="_blank">Adventist Volunteers Lauded on &#8222;Operation Whitecoat&#8220; Anniversary</a> &#8211; <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Adventist_News_Network" target="_blank">Adventist News Network</a></li>
<li>O&#8217;Neal, Glenn (December 19, 2001). &#8222;<a href="http://www.usatoday.com/news/health/bioterrorism/2001-12-20-whitecoat-sidebar.htm" target="_blank">The risks of Operation Whitecoat</a>&#8220; (subscription required). USA Today. http://www.usatoday.com/news/health/bioterrorism/2001-12-20-whitecoat-sidebar.htm.</li>
<li>Linden, Caree Vander <a href="http://www.dcmilitary.com/dcmilitary_archives/stories/030205/33582-1.shtml" target="_blank">United States Army Medical Research Institute of Infectious Diseases celebrates 50-year research tradition</a> March 3, 2005 &#8222;Operation Whitecoat served as a model for the ethical use of human subjects in research&#8220;</li>
</ul>
</blockquote>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/wasgeschahwirklich.wordpress.com/67/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/wasgeschahwirklich.wordpress.com/67/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/wasgeschahwirklich.wordpress.com/67/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/wasgeschahwirklich.wordpress.com/67/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/wasgeschahwirklich.wordpress.com/67/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/wasgeschahwirklich.wordpress.com/67/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/wasgeschahwirklich.wordpress.com/67/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/wasgeschahwirklich.wordpress.com/67/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/wasgeschahwirklich.wordpress.com/67/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/wasgeschahwirklich.wordpress.com/67/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/wasgeschahwirklich.wordpress.com/67/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/wasgeschahwirklich.wordpress.com/67/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/wasgeschahwirklich.wordpress.com/67/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/wasgeschahwirklich.wordpress.com/67/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wasgeschahwirklich.wordpress.com&amp;blog=9700692&amp;post=67&amp;subd=wasgeschahwirklich&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Der Kyschtym-Unfall: Wie Menschen verstrahlt und unfreiwillig zu Versuchskaninchen wurden</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Nov 2009 20:22:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>forgottentruth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschenversuche]]></category>
		<category><![CDATA[Atommüll]]></category>
		<category><![CDATA[Karatschai-See]]></category>
		<category><![CDATA[Kerntechnische Anlage Majak]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor ein paar Tagen gab es eine interessante Doku auf Arte, die mal wieder die GEZ-Gebühren wert war: &#8222;Albtraum Atommüll&#8220;. Nachdem ich die letzten Wochen in einigen Blogs wieder verstärkt über Probleme im deutschen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Forschungsbergwerk_Asse" target="_blank">Atommüll-Endlager Asse</a> gelesen hatte (u.a. gab es dort Mitte September einmal mehr <a href="http://portal.gmx.net/de/themen/nachrichten/deutschland/8941204-Wassereinbruch-im-Atommuelllager-Asse,pd=3.html" target="_blank">einen erhöhten Wasserzufluss</a>, sowie Anfang Oktober einen <a href="http://magazine.web.de/de/themen/nachrichten/deutschland/9079626-Atommuell-Lager-Asse-Decke-eingestuerzt.html" target="_blank">Teileinsturz der Deckenkonstruktion</a>), wollte ich mich mal etwas intensiver mit der Atommüllproblematik beschäftigen &#8211; da kam mir diese Doku wie gerufen. Dass daraus am Ende ein Artikel für meinen &#8222;Was geschah wirklich&#8220;-Blog rauskommen würde, bei dem einmal mehr eine Regierung die eigene Bevölkerung bewusst gesundheitlichen Gefahren aussetzt um sie quasi als Versuchskaninchen für Langzeitstudien zu benutzen, wusste ich zu Beginn der Doku nicht&#8230;</p>
<p><span id="more-55"></span>Vorweg: auf Youtube gibt es mehrere Mitschnitte der Doku &#8211; allerdings nur die Serie mit 11 Teilen scheint vernünftig zu funktionieren und vollständig zu sein. Diese habe ich am Ende des Artikels mit dem eingebetteten WordPress Player verlinkt. Außerdem ist das Thema, welches ich hier in dem Artikel herausgegriffen habe bei weitem nicht der einzigste &#8222;Aufreger&#8220; aus der Doku &#8211; auch was offensichtlich in den Wiederaufbereitungsanlagen so vor sich geht, ist unglaublich&#8230;</p>
<p>Was hat es nun mit dem Kyschtym-Unfall auf sich? Nun, Ende der 40&#8242;er Jahre des vergangenen Jahrtausends wurde die 90 km² große <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kerntechnische_Anlage_Majak" target="_blank">kerntechnische Anlage Majak</a> in Betrieb genommen. Anfänglich wurde dort in erster Linie waffenfähiges Plutonium hergestellt &#8211; später nutzte man das Areal auch als Atommüll-Endlager (und das nebenbei bemerkt bis heute).</p>
<p>Die Ungeheuerlichkeit begann nun damit, dass die atomaren Abfälle aus dieser Anlage in den ersten Jahren direkt und &#8222;ungefiltert&#8220; in den Fluss <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tetscha" target="_blank">Tetscha</a> geleitet wurden. In der Folge stieg in der umliegenden Bevölkerung des weiteren Flusslaufs die Zahl an Erkrankungen durch Strahlungsschäden sprunghaft an, wobei die Menschen nicht darüber informiert wurde, dass der Aufenthalt in der Nähe des Flusslaufs gefährlich ist. Stattdessen wurde zum Schutz der Bevölkerung ab 1951 damit begonnen, die kontaminierten Abfälle in den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karatschai-See" target="_blank">Karatschai-See</a> umzuleiten, was ebenfalls keine dauerhafte Lösung darstellte, sodass man ab 1953 Teile der Abfälle in Tanks umfüllte und diese lagerte.</p>
<p>1957 explodierte nun einer dieser Tanks, was laut Zeugenaussagen noch hunderte Kilometer entfernt als leuchtender Schein zu sehen war. Bei diesem Unfall, der heute als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kerntechnische_Anlage_Majak#29._September_1957:_Der_Kyschtym-Unfall" target="_blank">Kyschtym-Unfall</a> bekannt ist, wurden große Mengen an radioaktivien Stoffen freigesetzt, wobei die Menge der freigesetzten Strahlung mit dem Unfall von Tschernobyl zu vergleichen ist. Allerdings wurde im Gegensatz zu diesem Unfall beim Kyschtym-Unfall das radioaktive Material nicht hoch in die Atmosphäre geschleudert, wodurch sich die Kontamination nur lokal und regional verteilt, was wiederum dazu führte, dass die Strahlung umso höher war.</p>
<p>Das unglaubliche ist nun, dass die Bevölkerung in den umliegenden Dörfern und Gemeinden nicht umgehend informiert und evakuiert wurde, sondern stattdessen irgendwelche Lügenmärchen über den Unfall erzählt wurden stattdessen die Menschen regelmäßigen Tests ausgesetzt wurden, wo offensichtlich der Verlauf von Strahlenerkrankungen dokumentiert werden sollte. Das erinnert alles irgendwie an die <a href="http://wasgeschahwirklich.wordpress.com/2009/09/19/usa-syphilisstudie-von-tuskegee/" target="_blank">Syphilisstudie von Tuskegee</a>. In Wikipedia steht dazu nicht viel &#8211; aber andeutungsweise ist zumindest von &#8222;zurückgehaltenen Informationen&#8220; und &#8222;mangelnder Aufklärung&#8220; die Rede:</p>
<blockquote><p>&#8230;<br />
Nach Angaben des Helmholtz Zentrum München wurden die Auswirkungen des Unfalls lange Zeit unterschätzt.<br />
&#8230;<br />
Durch die deshalb hohe Konzentration der Radioaktivität, aber auch durch mangelnde Aufklärung, die nicht flächendeckende Evakuierung der Gegend und unzureichende Entseuchung entstand ein hohes Maß an Schäden und insbesondere Folgeschäden in der betroffenen Region. Eine genaue Opferzahl kann kaum angegeben werden, da über Jahrzehnte Informationen zurückgehalten wurden und die Belastung andauert. Die Bevölkerung litt und leidet bis heute an einer hohen Zahl strahlungsbedingter Krankheiten wie Leukämie.<br />
&#8230;</p></blockquote>
<p>Interessantes Detail am Rande: selbst vor den westlichen Ländern wurde dieser Unfall geheim gehalten &#8211; erst 1976 gelangten erste Informationen an die Öffentlichkeit!</p>
<p>Wie immer soll dieser Beitrag keine vollständige Zusammenfassung der Vorkommnisse darstellen, sondern eher Anstöße zur eigenen Recherche geben <img src='http://s1.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Hier nun die Links zu den Youtube-Videos der Arte-Doku:</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://wasgeschahwirklich.wordpress.com/2009/11/24/der-kyschtym-unfall-wie-menschen-verstrahlt-und-unfreiwillig-zu-versuchskaninchen-wurden/"><img src="http://img.youtube.com/vi/pCeO2xvwUAo/2.jpg" alt="" /></a></span>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://wasgeschahwirklich.wordpress.com/2009/11/24/der-kyschtym-unfall-wie-menschen-verstrahlt-und-unfreiwillig-zu-versuchskaninchen-wurden/"><img src="http://img.youtube.com/vi/nN3WQVqr89E/2.jpg" alt="" /></a></span>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://wasgeschahwirklich.wordpress.com/2009/11/24/der-kyschtym-unfall-wie-menschen-verstrahlt-und-unfreiwillig-zu-versuchskaninchen-wurden/"><img src="http://img.youtube.com/vi/Ier5Q_gYT7I/2.jpg" alt="" /></a></span>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://wasgeschahwirklich.wordpress.com/2009/11/24/der-kyschtym-unfall-wie-menschen-verstrahlt-und-unfreiwillig-zu-versuchskaninchen-wurden/"><img src="http://img.youtube.com/vi/xDt3U7OUa34/2.jpg" alt="" /></a></span>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://wasgeschahwirklich.wordpress.com/2009/11/24/der-kyschtym-unfall-wie-menschen-verstrahlt-und-unfreiwillig-zu-versuchskaninchen-wurden/"><img src="http://img.youtube.com/vi/JVXOBL9M7Hk/2.jpg" alt="" /></a></span>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://wasgeschahwirklich.wordpress.com/2009/11/24/der-kyschtym-unfall-wie-menschen-verstrahlt-und-unfreiwillig-zu-versuchskaninchen-wurden/"><img src="http://img.youtube.com/vi/Bb9zuiQdN5E/2.jpg" alt="" /></a></span>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://wasgeschahwirklich.wordpress.com/2009/11/24/der-kyschtym-unfall-wie-menschen-verstrahlt-und-unfreiwillig-zu-versuchskaninchen-wurden/"><img src="http://img.youtube.com/vi/cmuCtFBiw6E/2.jpg" alt="" /></a></span>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://wasgeschahwirklich.wordpress.com/2009/11/24/der-kyschtym-unfall-wie-menschen-verstrahlt-und-unfreiwillig-zu-versuchskaninchen-wurden/"><img src="http://img.youtube.com/vi/HDCJ724C3nk/2.jpg" alt="" /></a></span>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://wasgeschahwirklich.wordpress.com/2009/11/24/der-kyschtym-unfall-wie-menschen-verstrahlt-und-unfreiwillig-zu-versuchskaninchen-wurden/"><img src="http://img.youtube.com/vi/JEM60ry_85M/2.jpg" alt="" /></a></span>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://wasgeschahwirklich.wordpress.com/2009/11/24/der-kyschtym-unfall-wie-menschen-verstrahlt-und-unfreiwillig-zu-versuchskaninchen-wurden/"><img src="http://img.youtube.com/vi/PR6-k6kVFws/2.jpg" alt="" /></a></span>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://wasgeschahwirklich.wordpress.com/2009/11/24/der-kyschtym-unfall-wie-menschen-verstrahlt-und-unfreiwillig-zu-versuchskaninchen-wurden/"><img src="http://img.youtube.com/vi/ezF7LuzFNok/2.jpg" alt="" /></a></span>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/wasgeschahwirklich.wordpress.com/55/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/wasgeschahwirklich.wordpress.com/55/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/wasgeschahwirklich.wordpress.com/55/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/wasgeschahwirklich.wordpress.com/55/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/wasgeschahwirklich.wordpress.com/55/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/wasgeschahwirklich.wordpress.com/55/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/wasgeschahwirklich.wordpress.com/55/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/wasgeschahwirklich.wordpress.com/55/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/wasgeschahwirklich.wordpress.com/55/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/wasgeschahwirklich.wordpress.com/55/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/wasgeschahwirklich.wordpress.com/55/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/wasgeschahwirklich.wordpress.com/55/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/wasgeschahwirklich.wordpress.com/55/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/wasgeschahwirklich.wordpress.com/55/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wasgeschahwirklich.wordpress.com&amp;blog=9700692&amp;post=55&amp;subd=wasgeschahwirklich&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Operation Northwoods: Inszenierte Anschläge in den USA sollten Kuba angelastet werden</title>
		<link>http://wasgeschahwirklich.wordpress.com/2009/10/06/operation-northwoods-inszenierte-anschlage-in-den-usa-sollten-kuba-angelastet-werden/</link>
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		<pubDate>Tue, 06 Oct 2009 12:28:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>forgottentruth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Verdeckte Kriegsführung]]></category>
		<category><![CDATA[Fidel Castro]]></category>
		<category><![CDATA[John F. Kennedy]]></category>
		<category><![CDATA[Kuba]]></category>
		<category><![CDATA[Operation Northwoods]]></category>
		<category><![CDATA[Pentagon]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch dies ist ein Fall, bei dem ich füher ungläubig mit dem Kopf geschüttelt und das ganze als Spinnerei abgetan hätte: die USA planten in den 60&#8242;er Jahren inszenierte Anschläge auf amerikanischem Boden, um sie anschließend Kuba anzulasten. Ziel solcher Aktionen sollte schlußendlich eine breite Zustimmung auf allen Ebenen für eine Kuba-Invasion der USA sein. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wasgeschahwirklich.wordpress.com&amp;blog=9700692&amp;post=50&amp;subd=wasgeschahwirklich&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch dies ist ein Fall, bei dem ich füher ungläubig mit dem Kopf geschüttelt und das ganze als Spinnerei abgetan hätte: die USA planten in den 60&#8242;er Jahren inszenierte Anschläge auf amerikanischem Boden, um sie anschließend Kuba anzulasten. Ziel solcher Aktionen sollte schlußendlich eine breite Zustimmung auf allen Ebenen für eine Kuba-Invasion der USA sein.</p>
<p><span id="more-50"></span>Niedergeschrieben wurden die Pläne in einem vom 13. März 1962 datierten &#8211; ursprünglich geheimen -  Dokument, das erst Ende der 90&#8242;er durch eine Anfrage auf Basis des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Freedom_of_Information_Act" target="_blank">Freedom of Information Act</a> freigegeben wurde. Eine Kopie des Dokuments kann man <a href="http://www.gwu.edu/%7Ensarchiv/news/20010430/northwoods.pdf" target="_blank">hier herunterladen</a>. Falls der Link irgendwann nicht mehr funktionieren sollte: ich habe eine lokal gespeicherte Kopie, die ich bei Bedarf auch hier auf WordPress hochladen kann.</p>
<p>Glücklicherweise wurden die Pläne nie umgesetzt, da der damalige Präsident John F. Kennedy den Plänen nicht zustimmte, aber wie nachfolgend in deutsch nachzulesen, waren die &#8222;Vorschläge&#8220; für die möglichen Anschläge sehr konkret und allein die Tatsache, dass solche Pläne gegen die eigene Bevölkerung von Mitarbeitern des Pentagon in einem Dokument zusammengefasst und dieses dann auch unterschrieben wurde (u.a. vom späteren Oberkommandeur der NATO in Europa, Lyman L. Lemnitzer) ist bestürzend genug, wie ich finde.</p>
<p>Hier nun der aktuelle Stand aus dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Northwoods" target="_blank">deutschen Wikipedia zur &#8222;Operation Nothwoods&#8220;</a>:</p>
<blockquote>
<h2>Operation Northwoods</h2>
<p>aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie</p>
<p>Operation Northwoods ist ein US-amerikanischer Geheimplan, der 1962 vom Generalstab des Pentagon verfasst und am 13. März 1962 Präsident John F. Kennedy vorgelegt wurde. Die Planungen zu diesem Vorhaben wurden bereits unter Präsident Eisenhower vorgenommen. Lyman L. Lemnitzer, späterer Oberkommandeur der NATO in Europa, und Brigadier General William Craig gehören zu den Unterzeichnern des Dokuments.[1] Neben Operation Mongoose sah dieser Plan vor, die verdeckte Kriegsführung der USA gegenüber Kuba weiter auszubauen. Durch inszenierte Anschläge gegen den zivilen Luft- und Schifffahrtsverkehr innerhalb der USA, für die man im Nachhinein Fidel Castro verantwortlich machen wollte, sollte ein Vorwand zur Invasion Kubas geschaffen werden. Im Gegensatz zu Mongoose wurde Northwoods jedoch nie umgesetzt. Nach über dreißigjähriger Geheimhaltung kam er 1997/98 durch den Freedom of Information Act an die Öffentlichkeit.</p>
<h3>Anlass</h3>
<p>Mit dem Scheitern der Invasion auf die Schweinebucht in Kuba und der offensichtlich gewordenen Beteiligung von CIA-Agenten im Zusammenhang mit einer organisierten Armee aus Exilkubanern, suchte die US-Regierung unter Kennedy nach subtileren Operationsmöglichkeiten gegen Kuba. Northwoods galt als ein Entwurf, der die Weltöffentlichkeit von der Gefährlichkeit des Castro-Regimes überzeugen sollte.</p>
<h3>Inhalt des Dokuments</h3>
<p>Das Dokument wurde mit der Absicht verfasst, eine allgemeine Zustimmung und Unterstützung für eine militärische Invasion von Kuba zu gewinnen. Die Stabschefs gingen davon aus, dass die US-Bevölkerung einen Militärangriff auf Kuba nur dann unterstützen würde, wenn dem Angriff bedrohliche und aggressive Aktionen der Inselnation gegen amerikanische Soldaten, Zivilisten, Kubaflüchtlinge oder Exilkubaner vorausgegangen wären. James Bamford kommentiert kurz nach Veröffentlichung der Dokumente den Inhalt wie folgt:</p>
<p><em>„Geheimen und lange unter Verschluss gehaltenen Dokumenten zufolge [...] machte und verabschiedete der Vereinigte Generalstab Pläne, die vielleicht die schlimmsten waren, die je von einer US-amerikanischen Regierungsinstanz produziert worden sind. Im Namen des Antikommunismus schlugen die Militärs einen geheimen und blutigen Terrorkrieg gegen ihr eigenes Land vor, um die amerikanische Öffentlichkeit für den irrwitzigen Krieg zu gewinnen, den sie gegen Kuba führen wollten“</em><br />
( James Bamford: NSA. Die Anatomie des mächtigsten Geheimdienstes der Welt. 2001. S. 89.)</p>
<p>Das Dokument umfasst die Inszenierung gefälschter Angriffe mit fingierten Opfern, in anderen Fällen lässt es offen, ob die Angriffe Täuschungsmanöver oder echte Aktionen sein sollten. Für einige Angriffe wurde ausdrücklich erwogen, sie in die Realität umzusetzen. Nach der erfolgreichen Operation Northwoods wurde eine weitere Koordination durch die CIA geplant.</p>
<p><strong>Einige Empfehlungen der Operation Northwoods lauteten:</strong></p>
<ul>
<li>Verbreitung von Gerüchten über Kuba durch geheime Radiosender</li>
<li>Anschläge gegen kubanische Flüchtlinge in den USA, für die man Castro verantwortlich machen wollte</li>
<li>Versenkung eines amerikanischen Schiffes in Guantánamo Bay</li>
<li>Zerstörung einer amerikanischen Militärbasis oder eines amerikanischen Flugzeuges, anschließende Beschuldigung kubanischer Truppen</li>
<li>Störung des zivilen Luftverkehrs, Angriffe auf Schiffe und Zerstörung eines US-Militärflugzeuges durch Flugzeuge vom Typ MIG</li>
<li>Zerstörung eines angeblich mit ferienreisenden Studenten gefüllten Passagierflugzeuges</li>
<li>Inszenierung einer Terroraktion mittels des tatsächlichen oder simulierten Versenkens kubanischer Flüchtlinge.</li>
<li>Inszenierung von kommunistischen kubanischen Terroraktionen im Bereich Miami und in anderen Städten Floridas sowie in Washington</li>
<li>Angriff und Abschuss einer zivilen Chartermaschine durch ein kubanisches Flugzeug.</li>
</ul>
<p>Für den Angriff und Abschuss einer zivilen Chartermaschine sah man vor, ein genaues Duplikat eines tatsächlich registrierten Zivilflugzeuges der CIA anzufertigen. Vorgesehen war hierfür der Luftwaffenstützpunkt Eglin. Das Duplikat sollte durch ein Rendezvous beider Flugzeuge südlich von Florida ausgetauscht werden. Zuvor haben bereits Passagiere mit falschem Namen das tatsächlich registrierte Flugzeug betreten und fliegen auf Minimalhöhe zum vorgesehenen Luftwaffenstützpunkt Eglin zurück. Das Duplikat sollte als Drohne weiter Richtung Kuba fliegen und mit der Notfrequenz „May Day“ einen Angriff durch ein kubanisches Kampfflugzeug simulieren. Indem das Signal von der International Civil Aviation Organization aufgefangen wird, würde der Vorfall von ganz allein genug Aufsehen erregen, ohne großes Zutun der US-Administration.[2]</p>
<h3>Folgen</h3>
<p>Da das Dokument von John F. Kennedy abgelehnt wurde, blieb Operation Northwoods ein Entwurf ohne tiefgreifende Folgen für die kurz darauf folgende Kubakrise. Bedeutung erlangte das Dokument erst wieder mit der Veröffentlichung in den 1990ern und der Auswertung interner Geheimdienstprotokolle aus der Zeit der Kubakrise, sowie durch die Terroranschläge vom 11. September 2001.</p>
<p>Heutzutage sehen mehrere derjenigen, die die offizielle Version über Tathergang und Verursacher der Terroranschläge am 11. September bezweifeln, in Operation Northwoods ein Planspiel, das als Vorbild für die Anschläge diente. Die Existenz des Plans wird außerdem häufig als Beweis dafür angeführt, dass der Gedanke an eine Inszenierung von Terroranschlägen gegen das eigene Land durch US-Regierungsbehörden keinesfalls absurd sei.</p>
<h3>Verweise</h3>
<p><strong>Interne Verweise</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Falsche_Flagge_(Operation)" target="_blank">Falsche Flagge (Operation)</a></li>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Strategie_der_Spannung_(Italien)" target="_blank">Strategie der Spannung (Italien)</a></li>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gladio" target="_blank">Gladio</a></li>
</ul>
<p><strong>Weblinks</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.gwu.edu/%7Ensarchiv/news/20010430/" target="_blank">Originaldokument (englisch)</a></li>
<li><a href="http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/15933/1.html" target="_blank">Telepolis: Operation Northwoods</a></li>
<li><a href="http://www.newsatelier.de/html/northwoods.html" target="_blank">Newsatelier-Recherche mit Hintergrund-Infos und Interview mit dem US-Geheimdienst-Experten James Bamford</a></li>
</ul>
<p><strong>Einzelnachweise</strong></p>
<p>1. ↑ Ganser, Daniele: Die Kubakrise &#8211; UNO ohne Chance. Kai Homilius Verlag. 2007. S.92.</p>
<p>2. ↑ Bamford, James: NSA. Die Anatomie des mächtigsten Geheimdienstes der Welt. 2001. S. 92 &#8211; 93.</p></blockquote>
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	</item>
		<item>
		<title>Dänisches Militär fälscht &#8222;Al-Qaida-Handbuch&#8220;</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Oct 2009 10:47:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>forgottentruth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Verdeckte Kriegsführung]]></category>
		<category><![CDATA[Al-Qaida]]></category>
		<category><![CDATA[Dänemark]]></category>
		<category><![CDATA[PsyOp]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine brandaktuelle Sache: gerade geistert durch die Medien, dass der dänische Generalstabschef zurücktritt, weil ein dänischer Elitesoldat ein Buch veröffentlicht, in dem er über seine Einsätze im Irak und Afghanistan berichtet. Das Militär wollte diese Veröffentlichung mit dem Hinweis stoppen, dass Al-Quaida daraus nützliche Informationen ziehen könnte &#8211; und so das Leben dänischer Soldaten gefährdet [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wasgeschahwirklich.wordpress.com&amp;blog=9700692&amp;post=45&amp;subd=wasgeschahwirklich&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine brandaktuelle Sache: <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/international/daenemark_militaer_1.3786882.html" target="_blank">gerade geistert durch die Medien</a>, dass der dänische Generalstabschef zurücktritt, weil ein dänischer Elitesoldat ein Buch veröffentlicht, in dem er über seine Einsätze im Irak und Afghanistan berichtet. Das Militär wollte diese Veröffentlichung mit dem Hinweis stoppen, dass Al-Quaida daraus nützliche Informationen ziehen könnte &#8211; und so das Leben dänischer Soldaten gefährdet würden. Als Beweis dafür wurde vor Gericht angeführt, dass es im Internet sogar schon in&#8217;s Arabische übersetzte Versionen des Buchs gäbe. Problem dabei: es stellte sich jetzt heraus, dass diese Übersetzung vom dänischen Militär(!) angefertigt wurde! Hier wurde einmal mehr mit der Angst vor &#8222;Al-Qaida&#8220; gespielt und gar &#8222;Beweise&#8220; gefälscht, um sie Al-Qaida, bzw. nahestehenden terroristischen Gruppen unterzujubeln.</p>
<p><span id="more-45"></span>Die Tageszeitung <a href="http://www.taz.de/nc/1/leben/internet/artikel/1/hinterhalt-scheitert-an-word-kenntnis" target="_blank">taz</a> hat einen recht ausführlichen Bericht über diese Story. In vielen anderen Berichten fehlt z.B. der Hinweis, dass diese vom Militär angefertigte arabische Übersetzung als Druckmittel vor Gericht benutzt wurde, um die Veröffentlichung des Buchs zu stoppen:</p>
<blockquote><p>Dänischer Minister unter Druck</p>
<h3>Hinterhalt scheitert an Word-Unkenntnis</h3>
<p>Das dänische Militär lancierte eine angeblich von Terroristen stammende Buchübersetzung im Internet &#8211; übersah aber die Funktion, die den Verfasser anzeigt. VON REINHARD WOLFF</p>
<p>STOCKHOLM taz | Sie hatten Unrecht und brachten Leib und Leben dänischer Soldaten in Gefahr. Das dänische Gericht, das es abgelehnt hatte, das Buch eines Elitesoldaten zu verbieten und die Tageszeitung Politiken, <a href="http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/spezialeinsatz-fuer-die-pressefreiheit/" target="_blank">die mit der Begründung eine Zensur verhindern zu wollen dieses Buch vollinhaltlich abgedruckt hatte.</a> Denn nichts konnte wohl besser beweisen, dass die in diesem verbreiteten Informationen eine „Gebrauchsanweisung für al Qaida“ darstellten, als die Tatsache, dass die „Terroristen“ sich sofort die Mühe gemacht hatten, das gesamte Buch umgehend ins Arabische zu übersetzen.</p>
<p>Drei Tage nachdem <a href="http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/verbotsantrag-gescheitert/" target="_blank">das dänische Militär mit seinem Verbotsantrag gerichtlich gescheitert war</a>, trat Verteidigungsministers Søren Gade mit Hinweis auf eine bereits im Internet kursierende arabische Fassung erst vor den verteidigungspolitischen Ausschuss des Parlaments und dann vor die Medien. Und stellte die rhetorische Frage, ob denn nun wirklich noch jemand das Interesse des „Feindes“ an dem Buch des Jägersoldaten Thomas Rathsack und damit die Berechtigung des Zensurversuchs des Militäroberkommandos bezweifeln könnte. Mit dem Erfolg, tatsächlich für eine Weile Betroffenheit auszulösen.</p>
<p>Seltsam nur, das der von einer Zeitung engagierte Dolmetscher für Arabisch diese „Übersetzung“ als <strong>völlig unverständlich abtat</strong>. Wie sich zeigte, war sie einfach mit Hilfe des maschinellen Übersetzungsprogramms „Google-translate“ erstellt worden und stellte sich als <strong>bloßes wirres Kauderwelsch dar.</strong> Noch peinlicher wurde es für das Militäroberkommando, als ein mit den Grundbegriffen von Microsoft-Word vertrauter Journalist bei dem im „doc.“-Format verbreiteten Dokument auf „Eigenschaften“ klickte und als Verfasser der Übersetzung das – Militäroberkommando fand.</p>
<p>Die schnell von der dortigen IT-Abteilung errichtete Verteidigungslinie, wonach man wirklich eine arabische Fassung im Internet gefunden, diese lediglich herunter geladen und auf dem eigenen Rechner nur in das „doc.“-Format konvertiert habe, hielt nicht lange. <strong>Dann könne man ja auch sicher die entsprechenden Log-Files und Serverinformationen vorlegen, die das beweisen?</strong> Das konnte man nicht und nach einigem Zögern <strong>gestand der Chef der IT-Abteilung zu, er habe persönlich die arabische Fassung erstellt und in Umlauf gebracht.</strong> Und nahm am Donnerstag seinen Hut.</p>
<p>Bleibt die Frage, wer ihn mit dieser „Übersetzung“ beauftragt hatte und wer für diesen durchsichtigen Täuschungsversuch die politische Verantwortung übernehmen muss. „Was wusste Søren Gade?“ schlagzeilte am Freitag die Tageszeitung Information und hält es für <strong>unglaubwürdig, dass der Entlastungsangriff mit der Übersetzung die Idee eines einzelnen Mitarbeiters gewesen sein soll.</strong></p>
<p>Die sozialdemokratische Opposition fordert nun den Rücktritt des Verteidigungsministers. Der hatte sich tatsächlich weit aus dem Fenster gelehnt. Wenn sich herausstellen sollte, dass das eigene Militär die Übersetzung fabriziert habe, „stehe ich ganz vorne auf der Planke und bin auf dem Weg hinab ins Wasser“, hatte Søren Gade am vergangenen Wochenende in einer TV-Talkshow formuliert, als man ihn mit den ersten Verdachtsmomenten konfrontierte: „Ich bin der Direktor, the buck stops here.“</p>
<p>Der IT-Abteilung des Militäroberkommandos empfahlen Medien mittlerweile, doch mal einen Grundkurs in Microsoft-Word zu buchen. Denn wenn nicht einmal deren Chef sich darüber im Klaren war, was Microsoft so alles speichert und welch einfach zu verfolgende Spuren der Verfasser eines Word-Dokuments hinterlasse, sei einiges faul mit der IT-Sicherheit im Staate Dänemark.</p></blockquote>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/wasgeschahwirklich.wordpress.com/45/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/wasgeschahwirklich.wordpress.com/45/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/wasgeschahwirklich.wordpress.com/45/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/wasgeschahwirklich.wordpress.com/45/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/wasgeschahwirklich.wordpress.com/45/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/wasgeschahwirklich.wordpress.com/45/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/wasgeschahwirklich.wordpress.com/45/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/wasgeschahwirklich.wordpress.com/45/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/wasgeschahwirklich.wordpress.com/45/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/wasgeschahwirklich.wordpress.com/45/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/wasgeschahwirklich.wordpress.com/45/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/wasgeschahwirklich.wordpress.com/45/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/wasgeschahwirklich.wordpress.com/45/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/wasgeschahwirklich.wordpress.com/45/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wasgeschahwirklich.wordpress.com&amp;blog=9700692&amp;post=45&amp;subd=wasgeschahwirklich&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Operation Artischocke: Ein geheimes Forschungsprogramm der CIA zur Bewusstseinskontrolle</title>
		<link>http://wasgeschahwirklich.wordpress.com/2009/09/23/usa-operation-artischocke/</link>
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		<pubDate>Wed, 23 Sep 2009 11:40:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>forgottentruth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschenversuche]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstseinskontrolle]]></category>
		<category><![CDATA[CIA]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Olson]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirnwäsche]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8222;Operation Artischocke&#8220; war ein 19 Monate andauerndes geheimes Forschungsprogramm der CIA, das Anfang der 50&#8242;er Jahre durchgeführt wurde. Das Ziel war dabei, den menschlichen Willen zu brechen und so die Bewusstseinskontrolle zu erforschen. Dazu wurden Verhöre mit Gefangenen durchgeführt, in denen nachweislich Hypnose und Drogen bis hin zur Folter angewandt wurden. Selbst Gehirnoperationen oder Biowaffen-Tests [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wasgeschahwirklich.wordpress.com&amp;blog=9700692&amp;post=24&amp;subd=wasgeschahwirklich&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Operation Artischocke&#8220; war ein 19 Monate andauerndes geheimes Forschungsprogramm der CIA, das Anfang der 50&#8242;er Jahre durchgeführt wurde. Das Ziel war dabei, den menschlichen Willen zu brechen und so die Bewusstseinskontrolle zu erforschen. Dazu wurden Verhöre mit Gefangenen durchgeführt, in denen nachweislich Hypnose und Drogen bis hin zur Folter angewandt wurden. Selbst Gehirnoperationen oder Biowaffen-Tests in Form Infizierung Gefangener mit Milzbranderregern wurden durchgeführt, wobei der Tod der &#8222;Probanten&#8220; billigend in Kauf genommen wurde. Klingt unfassbar &#8211; ja, aber leider ist auch das <strong>keine </strong>Verschwörungstheorie mehr, wie nachfolgend gezeigt wird&#8230; <img src='http://s0.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_sad.gif' alt=':-(' class='wp-smiley' /> </p>
<p><span id="more-24"></span></p>
<p>Am aufschlußreichsten dürfte wohl die relativ aktuelle Fernseh-Dokumentation &#8222;Deckname Artischocke. Die geheimen Menschenversuche der CIA&#8220; der beiden WDR-Autoren Egmont R. Koch und Michael Wech sein. Diese haben sich im Rahmen ihrer Nachforschungen zum Todesfall von Frank Olson mit dem Thema beschäftigt und dazu 2002 auch ein gleichnamiges Buch veröffentlicht. Die Dokumentation wurde übrigens auf Arte ausgestrahlt.</p>
<p>Außerdem habe ich den aktuellen Stand zu diesem Thema aus Wikipedia eingestellt, sowie einen Auszug aus einem Spiegel-Artikel von 2002, der sich eigentlich generell mit Geheimdiensten befasst, aber auch einige interessante Absätze zu &#8222;Operation Artischocke&#8220; enthält.</p>
<p>Wer übrigens glaubt, dass dieses Projekt nach den 19 Montaen eingestellt wurde, täuscht sich: das Nachfolgeprojekt hieß MKULTRA und dauerte bis in die 70&#8242;er Jahre(!) &#8211; doch dazu später mehr&#8230;</p>
<p><span style="text-decoration:underline;">Hier zuerst der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Artischocke" target="_blank">Wikipedia-Artikel</a>:</span></p>
<blockquote>
<h3>Operation Artischocke</h3>
<p>aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie</p>
<p>Die Operation Artischocke war der Codename für ein umfangreiches, geheimes Forschungsprogramm der CIA über Möglichkeiten der Bewusstseinskontrolle vom 20. August 1951 bis 20. April 1953. Vorgängerprojekt war das Projekt BLUEBIRD, Nachfolger das Projekt MKULTRA.</p>
<p><strong>Ziele und Methoden</strong></p>
<p>Zu Beginn und während des Kalten Krieges versuchten Sowjets und Amerikaner das Wissen von damaligen NS-Ärzten und Wissenschaftlern zu Verhören an Gefangenen durch Verabreichung von Drogen wie LSD, Marihuana und Heroin, aber auch Folter und Hypnose in Erfahrung zu bringen. Einige dieser Verhöre endeten mit dem Tod des Gefangenen. Ein weiterer Untersuchungsgegenstand waren die Möglichkeiten über den Einsatz als B- oder C-Waffen.</p>
<p>Erstmals wurden im Jahr 1952, im Auftrag der CIA, in der damaligen Villa Schuster am Rande der Stadt Kronberg im Taunus, heute bekannt unter dem Namen Haus Waldhof, Verhöre an Gefangenen durchgeführt, bei denen Folter, Drogen und Hypnose angewandt wurden. Aufzeichnungen belegen, wie russischen Agenten Mittel verabreicht wurden, um sie einer Gehirnwäsche zu unterziehen und um so Geheimnisse und Informationen zu erlangen.</p>
<p><strong>Vorgeschichte</strong></p>
<p>Die Anfänge der Operation Artischocke gehen auf das Jahr 1945 zurück, wonach während der Befreiung des KZ Dachau die Überlebenden den US-Ärzten von schrecklichen Experimenten mit Drogen, Krankheitserregern (Malaria, Pest und Fleckfieber) und Chemikalien (Phenol und verschiedene Chloride) an Häftlingen berichteten. Kurz darauf wurde im Schloss Kransberg nördlich von Frankfurt die wissenschaftliche Elite der Nationalsozialisten verhaftet und unter dem Namen Operation Dustwind verhört. Unteran&gt; den Kransberg-Gefangenen waren auch jene Wissenschaftler, welche im KZ Dachau die Versuche an den Häftlingen durchführten. Der bekannteste NS-Arzt war Kurt Blome, der von dem Militärtribunal durch Intervention der CIA, trotz erdrückender Beweislast, welche sich nicht zuletzt durch ein offenes Bekenntnis zum Nationalsozialismus und zu Adolf Hitler auszeichnete, freigesprochen wurde, um ihn im Gegenzug in eigene Dienste zu stellen. Heute weiß man, dass seine Arbeit maßgeblich zur Entwicklung von Biowaffen auf amerikanischer Seite beigetragen hat. Ein weiterer Wissenschaftler, Frank Olson, war ebenfalls maßgeblich an der Entwicklung der Stoffe beteiligt.</p>
<p>Im Verlauf der „Cooperation“ erlangte die CIA eine Menge fundiertes Wissen über B- und C-Waffen. Es wurden mit den Erkenntnissen von Kurt Blome, Frank Olson und anderen NS-Wissenschaftlern Waffenexperimente mit Krankheitserregern, u.a. auch mit Anthrax, in der Karibik und in Alaska durchgeführt. Man ging sogar soweit, mit den Biokampfstoffen auf eigenem Boden, in der San Francisco Bay, zu experimentieren. Man wollte herausfinden, wie die Stadt auf einen B-Waffenanschlag der Sowjetunion reagieren würde.</p>
<p><strong>Literatur</strong></p>
<p>* Egmont R. Koch, Michael Wech: Deckname Artischocke. Die geheimen Menschenversuche der CIA. Goldmann, 2004, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783442152810" target="_blank">ISBN 978-3442152810</a></p></blockquote>
<p><span style="text-decoration:underline;">Der Auszug aus dem <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-25361999.html" target="_blank">Spiegel-Artikel</a>:</span></p>
<blockquote><p>&#8230;</p>
<p>Wer aber nach der Lektüre des Baer-Buches an dessen Hauptthese glauben sollte, der Ausweg aus den Geheimdienstkatastrophen sei ausgerechnet mit &#8222;dirty tricks&#8220; zu finden, dem ist das schockierende Buch &#8222;Deckname Artischocke&#8220; von Egmont R. Koch und Michael Wech zu empfehlen. Die Autoren berichten, dass die CIA nach Kriegsende zu den &#8222;dirty tricks&#8220; auch den Einsatz von Drogen, Milzbranderregern und tödlichen biochemischen Mitteln rechnete. &#8222;Deckname Artischocke&#8220; ist auch die Geschichte des möglicherweise von der CIA umgebrachten früheren Biochemikers Frank Olson, der im November 1953 unter mysteriösen Umständen aus einem New Yorker Hotelzimmer stürzte. Olson hatte nach jahrelanger Mitarbeit an grausamen CIA-Versuchen Skrupel bekommen und wollte aussteigen. Als er der CIA zu gefährlich wurde, räumte sie ihn offensichtlich aus dem Weg. Koch und Wech sprachen mit Olsons Sohn Eric, der die Leiche des Vaters exhumieren ließ, um Klarheit über den angeblichen Selbstmord zu erhalten.</p>
<p>Sie kamen bei ihren Ermittlungen den geheimen Menschenversuchen der CIA auf die Spur. Im rechtsfreien Raum konnten die CIA-Agenten foltern und spritzen, Prostituierten und Kriegsgefangenen LSD und Benzedrin verabreichen, um Brainwashing-Methoden für Verhöre russischer Spione zu entwickeln. Man führte Gehirnoperationen bei Homosexuellen durch, infizierte Kriegsgefangene oder Gefängnisinsassen mit Milzbranderregern, Hasenpestbakterien und nahm den tödlichen Ausgang dieser &#8222;Experimente&#8220; in Kauf. Dass viele Versuche denen der deutschen KZ-Ärzte ähnelten, die als Kriegsverbrecher in Nürnberg angeklagt waren, ist kein Zufall: Die Amerikaner hatten nämlich einige der brutalsten deutschen Medizinmänner für diese sadistischen Praktiken angeworben und in den USA beschäftigt. Koch und Wech liefern auch deutliche Hinweise darauf, dass der vom FBI gesuchte Anthrax-Attentäter, der Milzbranderreger per Post verschickte, aus den Reihen dieser an Geheimwaffen laborierenden CIA-Biochemiker kommen könnte.</p>
<p>&#8230;</p></blockquote>
<p><span style="text-decoration:underline;">Die youtube-Videos zur Dokumentation &#8222;Deckname Artischocke. Die geheimen Menschenversuche der CIA&#8220;</span></p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://wasgeschahwirklich.wordpress.com/2009/09/23/usa-operation-artischocke/"><img src="http://img.youtube.com/vi/f-Fqa75Y4B0/2.jpg" alt="" /></a></span>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://wasgeschahwirklich.wordpress.com/2009/09/23/usa-operation-artischocke/"><img src="http://img.youtube.com/vi/TSbroCwML-A/2.jpg" alt="" /></a></span>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://wasgeschahwirklich.wordpress.com/2009/09/23/usa-operation-artischocke/"><img src="http://img.youtube.com/vi/MGezJqoyApo/2.jpg" alt="" /></a></span>
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			<media:title type="html">forgottentruth</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Syphilisstudie von Tuskegee: Hunderte Menschen werden 40 Jahre lang im Namen der Forschung gequält</title>
		<link>http://wasgeschahwirklich.wordpress.com/2009/09/19/usa-syphilisstudie-von-tuskegee/</link>
		<comments>http://wasgeschahwirklich.wordpress.com/2009/09/19/usa-syphilisstudie-von-tuskegee/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 19 Sep 2009 08:30:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>forgottentruth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschenversuche]]></category>
		<category><![CDATA[Bill Clinton]]></category>
		<category><![CDATA[Medizinskandal]]></category>
		<category><![CDATA[Tuskegee]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[Farbige Baumwollpflücker im besinnlichen Städtchen Tuskegee, Alabama und eine skrupellose medizinische Forschung unter Mitwissen der Regierung bilden das Setup für einen der grausamsten Versuche der Medizingeschichte, welcher 40 Jahre dauern sollte (von 1932 bis 1972): Menschen, die an Syphilis erkrankt waren, wurde jedwede Therapie vorenthalten &#8211; selbst dann, als es wirksame Medikamente gab. Und das [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wasgeschahwirklich.wordpress.com&amp;blog=9700692&amp;post=16&amp;subd=wasgeschahwirklich&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Farbige Baumwollpflücker im besinnlichen Städtchen Tuskegee, Alabama und eine skrupellose medizinische Forschung unter Mitwissen der Regierung bilden das Setup für einen der grausamsten Versuche der Medizingeschichte, welcher 40 Jahre dauern sollte (von 1932 bis 1972): Menschen, die an Syphilis erkrankt waren, wurde jedwede Therapie vorenthalten &#8211; selbst dann, als es wirksame Medikamente gab. Und das alles nur, um den &#8222;Natürlichen Verlauf&#8220; dieser Krankheit zu erforschen &#8211; die Betroffenen waren menschliche Versuchskaninchen. Bill Clinton entschuldigte sich zwar 1997 öffentlich &#8211; die verantwortlichen Mediziner gingen aber straffrei aus. Unglaublich? Ja, aber leider wahr&#8230;</p>
<p><span id="more-16"></span>Dieser Fall war eigentlich derjenige, der mich letztes Jahr dazu bewegte, diesen Blog hier in&#8217;s Leben zu rufen: man braucht seinem Umfeld gar nicht mit (heutigen) Verschwörungstheorien wie z.B. 9/11 zu kommen &#8211; es reichen doch eigentlich die Fälle, die heutzutage zweifelsfrei und durch freigegebene Dokumente von Regierung und / oder öffentlichen Stellen bewiesen sind, um zu zeigen, dass manchmal nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint&#8230;</p>
<p>Deshalb hier zwei Texte, die die &#8222;Syphilisstudie von Tuskegee&#8220; behandeln. Insbesondere der Tagesspiegel-Beitrag ist lesenswert (wenn auch umfangreich)!</p>
<h3><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tuskegee-Syphilis-Studie" target="_blank">Wikipedia</a> schreibt dazu:</h3>
<blockquote><p><span style="text-decoration:underline;"><strong>Tuskegee-Syphilis-Studie</strong></span></p>
<p>Die Tuskegee-Syphilis-Studie wurde von 1932 bis 1972 in der Gegend von Tuskegee, Alabama durchgeführt. In dieser Studie wurden die Folgen unbehandelter Syphilis, einer tödlich verlaufenden Geschlechtskrankheit, beim Menschen untersucht. 399 afro-amerikanische sharecroppers – eine Art von Land-Pächtern – nahmen an der Studie teil. Darunter befanden sich auch 200 Personen ohne Syphilis als Kontrollgruppe. Die Versuchspersonen waren zum großen Teil arm und konnten weder lesen noch schreiben.</p>
<p>Diese Studie erlangte Berühmtheit für die menschenverachtende Durchführung: Der Zweck der Studie war, den natürlichen Verlauf der Syphilis-Erkrankung zu beobachten. Die Studie wurde nicht abgebrochen, als wirksame Syphilis-Medikamente erhältlich waren. Die Versuchsteilnehmer hatten keine Gelegenheit zu einer informierten Einwilligung. Sie wurden auch nicht über eine Syphilis-Diagnose unterrichtet. Man sagte ihnen stattdessen, dass sie „schlechtes Blut“ hätten (engl. bad blood), und dass sie eine kostenlose Behandlung bekämen. Ebenso würden sie kostenlose Fahrten zur Klinik, eine warme Mahlzeit täglich und im Todesfall $50 für die Beerdigung erhalten.</p>
<p><strong>Weblinks</strong></p>
<p>* <a href="http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/geschichte/Tuskegee-Studie;art15504,2343688" target="_blank">www.tagesspiegel.de</a> Medizinskandal: Tödliche Lüge</p>
<p>* <a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/120/429872/text/" target="_blank">www.sueddeutsche.de</a> Spätfolgen eines perfiden Versuchs: Das Misstrauen der Schwarzen</p>
<p>* <a href="http://www.cdc.gov/nchstp/od/tuskegee/time.htm" target="_blank">www.cdc.gov</a> Tuskegee-Experiment (Englisch)</p>
<p>* <a href="http://facstaff.gpc.edu/~shale/humanities/composition/assignments/experiment/tuskegee.html" target="_blank">www.gpc.edu</a> Internet Resources on the Tuskeegee Study (Englisch)</p></blockquote>
<h3>Der <a href="http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/geschichte/Tuskegee-Studie;art15504,2343688" target="_blank">Tagesspiegel</a> schreibt:</h3>
<blockquote><p>Medizinskandal</p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><strong>Tödliche Lüge</strong></span></p>
<p>Es ist der größte Medizinskandal in der Geschichte der USA: die Tuskegee-Studie. 400 mit Syphilis infizierte Schwarze wurden 40 Jahre lang absichtlich nicht ärztlich behandelt. Erst 1972 kam die Wahrheit ans Licht.</p>
<p>Von Christine Knust</p>
<p>22.7.2007 13:01 Uhr</p>
<p>Ein bisschen gewundert hatte sich Charlie Pollard schon über diese Lady, die da plötzlich vor ihm auftauchte, während er die Kühe zum Viehmarkt trieb. Warum hatte sie ihm all diese Fragen gestellt, über die Klinik und die Ärzte? Verstanden hat er die ganze Geschichte erst, als er sie am 26. Juli 1972 in der „Birmingham News“ las. Sein angeblich „schlechtes Blut“, die weißen Pillen, die nur kurz seine Schmerzen betäubt hatten, die Rückenmarkspunktion, nach der er zehn Tage lang kotzend und mit geschwollenem Kopf im Bett gelegen hatte, alles ergab plötzlich einen Sinn. Sie hatten ihn belogen, die Leute von der amerikanischen Gesundheitsbehörde. Seit über 40 Jahren hatten sie ihn als Versuchskaninchen missbraucht.</p>
<p>Einen Tag später hielt Charlie Pollard seinen Hut in den großen, schwieligen Händen, mit denen er seit vielen Jahren Viehzäune repariert und Kühe zum Markt getrieben hatte. Unangemeldet stand er im Büro von Fred Gray, Rechtsanwalt in Tuskegee, Alabama, der schon Martin Luther King vertreten hatte und Rosa Parks, die Frau, die sich 1955 geweigert hatte ihren Platz im Bus für einen Weißen zu räumen.</p>
<p>Der schwarze Farmer, 67 Jahre alt, atmete tief durch und fragte Gray, ob der denn die „Birmingham News“ gelesen hätte. Dann sagte Pollard: „Ich bin einer der Männer aus der Zeitung.“ Und er zeigte auf den Bericht über eine medizinische Studie, die „Study of Untreated Syphilis in the Male Negro“. Charlie Pollard war einer von 400 Schwarzen, die man 40 Jahre lang ahnungslos ihrer Krankheit überlassen hatte, der Syphilis. Und alles nur, weil die Ärzte von der Gesundheitsbehörde wissen wollten, was diese Krankheit im Körper ihrer Opfer anstellen würde.</p>
<p>Auch Fred Gray verstand: Man hatte diesem Mann und seinen Leidensgefährten die Behandlung verweigert, hatte ihre Grundrechte verletzt, sie in ein medizinisches Experiment verwickelt, wie es dieses Land noch nicht gesehen hatte. Dafür sollten sie nun zahlen. Gray strengte einen Prozess gegen die amerikanische Regierung an.</p>
<p>Was die Ärzte überhaupt antrieb, ist nicht nachvollziehbar. Zumal die Syphilis und ihre grausigen Folgen schon seit Jahrhunderten bekannt waren. Seit 1905 ließ sich auch ihr Erreger Treponema pallidum nachweisen. Katharina die Große, Heine, Gauguin – sie alle hatten gelitten unter der Seuche, die im ersten Stadium oft gar nicht bemerkt wird. Denn ungefähr drei Wochen nach der Ansteckung erscheint an der Stelle, an der die Bakterien in die Haut oder Schleimhaut eingedrungen sind, ein schmerzloses Geschwür, das auch ohne Behandlung nach rund einem Monat wieder abheilt.</p>
<p>Im zweiten Stadium glauben viele Syphiliskranke, sich eine schwere Grippe eingefangen zu haben. Der Patient fühlt sich schlapp, hat Fieber und geschwollene Lymphknoten. Ein Hautausschlag kann auftreten, der von alleine wieder verschwindet und deshalb häufig ignoriert wird. Nun kann es zu einer Latenzzeit kommen, in der der Betroffene beschwerdefrei lebt, aber weiter ansteckend ist. Nach einigen Jahren befällt die Syphilis die inneren Organe: Überall im und am Körper können entzündliche Wucherungen auftreten und Gewebe zerstören, der Gaumen bricht womöglich durch, die Aorta kann sich wuchernd durch den Brustkorb fressen.</p>
<p>Wer nun einen Herzinfarkt erleidet, kann sich sogar noch glücklich schätzen: Im vierten und letzten Stadium der Syphilis, in dem die Hirnhäute und Nervenbahnen betroffen sind, leiden die Patienten an Wahnvorstellungen, Schmerzanfällen und Lähmungen. Dieses Stadium führt unbehandelt zum Verlust des Verstandes, schließlich zum Tod.</p>
<p>Während der Schwangerschaft kann eine Mutter ihr Baby anstecken. Totgeburten sind die Folge, oder das infizierte Kind leidet an Hepatitis, Schwerhörigkeit oder Lungenentzündung. Es kann freilich bei der Geburt auch noch keine Symptome zeigen und erst Jahre oder Jahrzehnte später schwer erkranken.</p>
<p>Da die Männer zu keinem Zeitpunkt darüber informiert worden waren, dass sie an Syphilis litten, hatten nicht wenige von ihnen ihre Frauen angesteckt, die wiederum Kinder mit angeborener Syphilis zur Welt brachten. Das Leid, dass sie über die Männer und deren Familien gebracht hatten, nahmen die Verantwortlichen der Studie in Kauf.</p>
<p>Dabei war die Untersuchung ursprünglich unter philanthropischen Vorzeichen gestartet: Booker T. Washington, Direktor des Tuskegee Instituts, einer Hochschule für Schwarze, und der wohlhabende Julius Rosenwald, Gründer des Handelsunternehmens Sears, Roebuck &amp; Company, planten in den späten 20er Jahren ein Gesundheitsprogramm für Schwarze in Macon County, einem Landkreis von Alabama, dem „Cotton State“. Denn Krankheiten wie Tuberkulose, Syphilis und Malaria waren durch die jämmerlichen Lebensbedingungen der Afroamerikaner weit verbreitet. Rosenwald hatte zuvor schon Selbsthilfeinitiativen für schwarze Südstaatler unterstützt. Doch als er durch den Börsenkrach 1929 sein Vermögen verlor, konnte er das Gesundheitsprogramm in Tuskegee nicht weiter finanzieren.</p>
<p>Der Public Health Service, eine Behörde im US-Gesundheitsministerium, schaltete sich ein. Aber im Gegensatz zu Rosenwald glaubte man beim PHS, dass Schwarze sowieso kaum zivilisiert seien und man die Syphilis unter ihnen niemals auslöschen könne. „Vielleicht“, so hatte der PHS-Arzt Thomas W. Murell schon 20 Jahre zuvor in einem Aufsatz geschrieben, „wird hier, in Verbindung mit der Tuberkulose, das Ende des Negerproblems liegen. Die Krankheit wird vollenden, was der Mensch nicht kann.“</p>
<p>Obwohl die Syphilis bereits zur Genüge erforscht war, gingen die Ärzte davon aus, dass die Krankheit bei Schwarzen andere Auswirkungen habe als bei Weißen: Bei Weißen schädige die Geschlechtskrankheit vor allem das Gehirn und die Nervensysteme, bei Schwarzen dagegen die Herzgefäße – aufgrund ihrer unterentwickelten Gehirne, die 1000 Jahre hinter denen der Weißen zurückstünden. Dass sich unter Schwarzen wegen des angeblich besonders umtriebigen Sexualverhaltens Geschlechtskrankheiten schnell verbreiten, davon war man Anfang der 30er Jahre beim PHS überzeugt – dabei war erwiesen, dass es sich bei 61 Prozent der Syphilisfälle unter Schwarzen in Macon County um eine nichtsexuell übertragene Syphilis handelte. Trotzdem: „Die Neger“, so erklärte einer der Ärzte, seien nun mal „eine notorisch syphilisdurchweichte Rasse“, sexuell hyperaktiv und verdorben, sobald sie die Pubertät erreichen.</p>
<p>Amerika litt unter der Großen Depression, als die Studie 1932 begann. Ungefähr 15 Millionen Menschen hatten keine Arbeit. Die Industrieproduktion in den USA war seit dem Wall Street Crash im Jahre 1929 um fast die Hälfte gesunken, ebenso wie das landwirtschaftliche Einkommen. In Macon County lebten 27 000 Schwarze – die Hälfte von ihnen unterhalb der Armutsgrenze. Obwohl die Sklaverei seit fast 70 Jahren abgeschafft war, wurden Schwarze immer noch ausgebeutet: Auf den Baumwollfeldern, die sie teuer pachteten und deren Ertrag sie zu festen Sätzen an den Landbesitzer abgeben mussten, arbeiteten sie von früh bis spät unter sengender Hitze – Erwachsene genauso wie Kinder, denn kaum eine Familie konnte es sich leisten, auf eine Arbeitskraft zu verzichten. Ohnehin gab es in den nach Hautfarbe getrennten Schulen für Schwarze nurr die Grundausstattung, so dass sie oft nicht richtig lesen und schreiben konnten. Versuchten sie aus ihrer Misere zu fliehen, wurden sie wie Leibeigene gejagt, eingesperrt, nicht selten verprügelt oder am nächsten Baum aufgeknüpft – ohne Konsequenzen für die weißen Täter.</p>
<p>Fast kein Schwarzer dort war jemals medizinisch versorgt worden. „A poor nigger has a hard time“, so beschrieb es ein Baumwollpflücker. Ohne Geld keine Behandlung. „Du musst das Geld gleich auf den Tisch legen oder du liegst einfach da und kratzt ab.“ Als der Public Health Service auf den Feldern und bei Gottesdiensten Handzettel verteilte, in denen „colored people“ eine kostenlose medizinische Behandlung angeboten wurde, kamen Hunderte Landarbeiter. Einer dieser Männer war Charlie Pollard. Man nahm ihnen Blut ab, schaute ihnen in den Rachen und erklärte den Schwarzen, dass sie an „bad blood“ litten, eine schwammige Bezeichnung für allerlei Maladitäten. Als „Behandlung“ verabreichten die Ärzte Vitamine und wirkungslose Mengen des damals gängigen Syphilismedikaments Salvarsan. Betreut wurden die Teilnehmer von der freundlichen schwarzen Krankenschwester Eunice Rivers, die man extra für diese Studie eingestellt hatte.</p>
<p>Nach dieser ersten Untersuchung beschlossen die Mediziner, bestimmte Teilnehmer für ihre Syphilisstudie zu suchen. Männer wollten sie, weil man an deren Genitalien die Symptome der Geschlechtskrankheit besser erkennen kann als bei Frauen. Außerdem sollten die Männer mindestens 25 Jahre alt und die Syphilis bereits in einem fortgeschrittenen Stadium sein.</p>
<p>Die Gesundheitsbehörde verschickte Aufforderungen an die männlichen Teilnehmer ihrer Gratisuntersuchung, die glaubten, an „schlechtem Blut“ zu leiden: „Jetzt bekommen Sie die letzte Chance auf eine zweite Untersuchung… Denken Sie daran, das ist Ihre letzte Chance auf eine kostenlose Spezialbehandlung!“</p>
<p>Und wieder vertrauten Hunderte Männer den Ärzten. Die „Spezialbehandlung“ bestand in jener äußerst schmerzhaften Rückenmarkspunktion, wie sie auch an Charlie Pollard durchgeführt wurde. Denn in der Rückenmarksflüssigkeit lässt sich das Ausbreiten der Syphilis besonders gut nachweisen. Pollard wurde wie den anderen 399 syphiliskranken Männern, die man für die Studie ausgewählt hatte, nur Aspirin, ein „Frühlings-Tonic“ genanntes Präparat und Grippemittel verabreicht. 200 gesunde Männer dienten als Vergleichsgruppe, die man der gleichen Prozedur unterzog. Und alle Ärzte im Umkreis wurden angewiesen, die Kranken nicht zu behandeln.</p>
<p>Den Zweck der Studie beschrieb Oliver C. Wenger, einer der führenden Köpfe des Programms, ein Jahr später in einem Brief an seinen Kollegen Raymond Vonderlehr: „Wir haben kein weiteres Interesse an diesen Patienten, bis sie sterben.“ Um die Auswirkungen der Syphilis im Körper genau studieren zu können, hielten die Ärzte Autopsien für notwendig – bei den Infizierten genauso wie bei der Kontrollgruppe, deren Leichen die Mediziner zum Vergleich öffnen wollten. Wenger warnte Vonderlehr, man müsse aufpassen, dass die Farbigen nichts von den Autopsieplänen mitbekämen, da sonst jeder „Darkey“, wie es abfällig hieß, Macon County verlassen würde.</p>
<p>Um die Männer im Todesfall schnell ins Krankenhaus bringen zu können, machte Eunice Rivers häufig Hausbesuche und achtete darauf, ob jemand schwerkrank im Bett lag. Den Teilnehmern versprach man 50 Dollar für eine anständige Beerdigung, die sie sich nie hätten leisten können. Nach deren Tod überredeten die Ärzte die Angehörigen zu einer „Operation“ des Verstorbenen.</p>
<p>De facto führten die Ärzte Autopsien durch, bei denen auch Eunice Rivers zugegen war, jene Schwester, die sich die Sorgen und Ängste der Männer anhörte, vielen von ihnen eine tröstende, vertrauenswürdige Freundin war. Oft chauffierte die Krankenschwester die nichts ahnenden Männer, die dabei fröhlich ihren Nachbarn zuwinkten, in ihrem schwarzen Chevrolet zu den Untersuchungen und zurück in ihre Hütten.</p>
<p>So gut kümmerte man sich um die Männer, dass der Zweite Weltkrieg an ihnen vorüberzog: In den 40er Jahren wurde Penicillin als Wunderwaffe gegen Syphilis entdeckt, doch die betroffenen Schwarzen aus Macon County wurden nicht kuriert. Im Gegenteil: Um zu verhindern, dass rekrutierte Teilnehmer bei der Armee behandelt werden konnten, stellte der PHS sie nach der Musterung vom Wehrdienst frei.</p>
<p>Und Nurse Rivers gab so sehr auf die Patienten Acht, dass sie einem Teilnehmer namens Herman Shaw einmal folgte, als der mit dem Bus von Tuskegee ins mehr als 200 Kilometer entfernte Krankenhaus nach Birmingham gefahren war – er war versehentlich zur Behandlung dorthin geschickt worden. Doch die nette Schwester spendierte ein Frühstück und konnte Shaw davon überzeugen, dass er nur in Tuskegee behandelt werden durfte.</p>
<p>Die Todesrate bei den syphiliskranken Teilnehmern war Ende der Vierziger doppelt so hoch wie in der Kontrollgruppe. Wenger erklärte dazu 1950 auf einem Seminar: „Wir wissen jetzt, wo wir vorher nur vermuten konnten, dass wir zu ihrem Leid beigetragen und ihr Leben verkürzt haben.“ 1958 erhielten diejenigen, die seit Anfang an dabei waren, 25 Dollar. In all den Jahrzehnten, die die Studie andauerte, äußerten immer wieder Mediziner Bedenken, sie weiterzuführen. Ihre Ansichten wurden ignoriert.</p>
<p>Bis Peter Buxtun, ein junger ehemaliger PHS-Mitarbeiter, nach jahrelangen vergeblichen Protesten im Juli 1972 eine befreundete Journalistin informierte und der „Washington Evening Star“ mit seinem Bericht am 25. Juli eine Lawine auslöste, einen Tag später berichteten die Zeitungen des ganzen Landes.</p>
<p>Charlie Pollard und die anderen sieben, die das Experiment 40 Jahre lang überlebt hatten, wurden 1973 mit je 37 500 Dollar entschädigt. Angehörige erhielten 15 000 Dollar, insgesamt bewilligte die Regierung zehn Millionen – Fred Gray hatte 1,8 Milliarden Dollar verlangt.</p>
<p>Vor zehn Jahren entschuldigten sich Präsident Bill Clinton und sein Vize Al Gore im Rahmen einer Zeremonie im Weißen Haus bei den Teilnehmern der Tuskegee Syphilis Study und ihren Familien. Charlie Pollard und Herman Shaw waren unter ihnen. An der Tuskegee University, dem früheren Tuskegee Institute, wurde zwei Jahre später das National Center of Bioethics in Research and Health Care eingerichtet.</p>
<p>Doch die Tuskegee Syphilis Study, in den USA ein Sinnbild der Behandlung von Schwarzen, hierzulande nahezu unbekannt, wirkt 35 Jahre nach der öffentlichen Aufdeckung des Medizinskandals immer noch nach. Viele Afroamerikaner misstrauen dem Gesundheitssystem. Nur acht Prozent aller Knochenmarkspender in den USA sind schwarz. Zu groß ist die Angst als Versuchskaninchen missbraucht zu werden. Und tatsächlich berichtet die Medizinjournalistin Harriet Washington in ihrem 2006 erschienenen Buch „Medical Apartheid“ über weitere Fälle, in denen Schwarze unnötigen Sterilisationen und medizinischen Tests unterzogen wurden.</p>
<p>Die Verantwortlichen der Tuskegee Syphilis Study kamen ohne Strafe davon. „All unsere Studien“, antwortete John C. Cutler, einer der Ärzte, 1988 im „American Journal of Public Health“ auf den Brief eines Kritikers, „führten zu den Erfolgen des nationalen Kontrollprogramms für Geschlechtskrankheiten.“ Worin der Erfolg denn genau bestanden hätte, führte Cutler allerdings nicht aus.</p></blockquote>
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		<item>
		<title>Celler Loch: Verfassungsschutz und GSG9 verübten Bombenanschlag auf Justizvollzugsanstalt</title>
		<link>http://wasgeschahwirklich.wordpress.com/2009/09/18/deutschland-celler-loch/</link>
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		<pubDate>Fri, 18 Sep 2009 20:24:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>forgottentruth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Regierungsterror]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[GSG9]]></category>
		<category><![CDATA[RAF]]></category>
		<category><![CDATA[Verfassungsschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Nacht zum 25. Juli 1978 riss eine Bombenexplosion ein Loch in die Außenmauer der Justizvollzugsanstalt Celle. Alles deutete darauf hin, dass mit dem Anschlag der zu diesem Zeitpunkt dort einsitzende mutmaßliche RAF Terrorist Sigurd Debus befreit werden sollte und in den damaligen Medien wurde diese Version unter Verweis auf die &#8222;erdrückende&#8220; Beweislage auch [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wasgeschahwirklich.wordpress.com&amp;blog=9700692&amp;post=9&amp;subd=wasgeschahwirklich&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Nacht zum 25. Juli 1978 riss eine Bombenexplosion ein Loch in die Außenmauer der Justizvollzugsanstalt Celle. Alles deutete darauf hin, dass mit dem Anschlag der zu diesem Zeitpunkt dort einsitzende mutmaßliche RAF Terrorist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sigurd_Debus" target="_blank">Sigurd Debus</a> befreit werden sollte und in den damaligen Medien wurde diese Version unter Verweis auf die &#8222;erdrückende&#8220; Beweislage auch so verbreitet: ein Mercedes mit Munition und gefälschten Pässen (einer u.a. mit Bild von Debus) stand bereit und in Debus&#8217; Zelle wurde bei einer anschließenden Durchsuchung Ausbruchswerkzeug sichergestellt.</p>
<p>Eigentlich eine klare Sache: Terroristen wollten ihren Kameraden aus dem Knast holen und schrecken auch vor Bombenanschlägen nicht zurück &#8211; doch: <em><strong>nichts ist trügerischer als eine offenkundige Tatsache</strong> (Sir Arthur Conan Doyle)&#8230;</em></p>
<p><span id="more-9"></span></p>
<p>Denn, wie sich Jahre später erst herausstellte, war die gesamte Aktion von vorne bis hinten vom niedersächsischen Verfassungsschutz geplant und durchgeführt &#8211; incl. fingieren von Beweisen und PR-Propaganda in den Medien von wegen &#8222;Ausbruchsversuch eines Terroristen&#8220;!</p>
<p>Nachfolgend ein Auszug aus der aktuellen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Celler_Loch" target="_blank">Wikipedia-Seite</a> (Stand 18.09.2009):</p>
<blockquote>
<h3>Celler Loch</h3>
<p>Als Celler Loch wurde ein Loch bekannt, das im Rahmen der Aktion Feuerzauber am 25. Juli 1978 in die Außenmauer der Justizvollzugsanstalt Celle gesprengt wurde. Der Anschlag war von der niedersächsischen Landesbehörde für Verfassungsschutz als False-Flag-Operation fingiert worden. Unter dem Schlagwort Celler Loch wurde auch die sich daraus ergebende Affäre bundesweit bekannt.</p>
<p>Der Verfassungsschutz beabsichtigte angeblich, mit diesem Anschlag einen Informanten in die RAF einzuschleusen. Der Anschlag sollte als ein Befreiungsversuch für <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sigurd_Debus" target="_blank">Sigurd Debus</a> erscheinen, der als mutmaßlicher Terrorist der RAF im Celler Hochsicherheitsgefängnis (JVA) einsaß.</p>
<p>Als involviert und informiert gelten der niedersächsische Verfassungsschutz, die auf Anforderung beim Bundesgrenzschutz tätig gewordene GSG 9, die Landesregierung unter Ernst Albrecht (CDU) sowie die Anstaltsleitung. Das Bundesinnenministerium – als vorgesetzte Behörde der GSG 9 –, das Bundesamt für Verfassungsschutz, die Bundesregierung und die Landespolizei sollen vorab nicht informiert worden sein.</p>
<p><strong>Vorbereitung und Durchführung</strong></p>
<p>Der Verfassungsschutz präparierte einen gestohlenen Mercedes SL mit Munition und gefälschten Pässen, darunter auch ein Pass mit dem Foto von Debus. Vordrucke und Dienstsiegel stammten aus Einbrüchen bei Behörden. Bei der Beschaffung des Autos hatte der Privatagent <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Mauss" target="_blank">Werner Mauss</a> mitgewirkt; Fahrer war ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes. Das Auto war im Januar 1978 bei einer Polizeikontrolle in Salzgitter sichergestellt worden, der Fahrer hatte sich dabei durch Flucht der Überprüfung entzogen.</p>
<p>Zur Durchführung des Anschlags hatte der Verfassungsschutz zwei Kriminelle &#8211; Klaus-Dieter Loudil und Manfred Berger &#8211; angeworben. Loudil wurde später den Medien als Tatverdächtiger präsentiert. Am 25. Juli 1978 wurde die Bombe gezündet und hinterließ nur geringen Sachschaden. Zu einem Ausbruch kam es nicht.</p>
<p>Der Verfassungsschutz hatte Ausbruchswerkzeug in Debus’ Zelle schmuggeln lassen, das bei der dem Anschlag folgenden Durchsuchung gefunden wurde und die Tatbeteiligung von Debus beweisen sollte. Als weiterer „Beweis“ wurde das so genannte „Dellwo-Papier“ veröffentlicht, das von dem RAF-Mitglied Karl-Heinz Dellwo verfasst worden war, der an der Geiselnahme von Stockholm 1975 beteiligt war. In diesem Schreiben wird erklärt, dass „durch Anschläge auf den äußeren Bereich von Vollzugsanstalten“ eine „Zusammenlegung einsitzender Terroristen zu Interaktionsgruppen“ erreicht werden sollte.</p>
<p>Erwartungsgemäß konnten die Täter nicht gefasst werden. Verschiedene Personen wurden von den Medien als angebliche Täter ins Gespräch gebracht.</p>
<p>Die bewusst ungerechtfertigten Vorwürfe und damit einhergehenden Verschärfungen der Haftbedingungen führten zu einem Hungerstreik durch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sigurd_Debus" target="_blank">Sigurd Debus</a>. Anträge auf Hafterleichterungen wurden mit Hinweis auf den Sprengstoffanschlag ausdrücklich abgelehnt. 1979 wurde er in die JVA Hamburg-Fuhlsbüttel verlegt. Dort beteiligte er sich im Februar 1981 an einem Hungerstreik der Gefangenen aus der RAF. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sigurd_Debus" target="_blank">Sigurd Debus</a> starb am 16. April 1981 an den Folgen des Hungerstreiks kurz vor seiner anstehenden Haftentlassung.</p>
<p><strong>Politische Folgen</strong></p>
<p>1986 wurde bekannt, dass nicht die linksradikale Terroristenszene für den Anschlag verantwortlich war, sondern der Verfassungsschutz und die GSG 9, angeblich um einen V-Mann in die RAF einzuschleusen. Die von den Medien als Täter vorgestellten Personen waren V-Männer des Verfassungsschutzes. Ulrich Neufert wurde für seinen Artikel über die Affäre in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung 1986 mit dem „Wächterpreis der deutschen Tagespresse“ ausgezeichnet.</p>
<p>Daraufhin musste sich die Regierung Ernst Albrecht (CDU]) vor einem Untersuchungsausschuss des niedersächsischen Landtags verantworten. In diesem stellte die Regierung Albrecht die Aktion als mindestens achtbaren Erfolg dar (Zugang zu Terrorismus, Ausbruch vereitelt, Waffen gefunden), obwohl diese Behauptungen widerlegt werden konnten.</p>
<p>In diesem Zusammenhang geriet Innenminister Wilfried Hasselmann (CDU) unter Druck, bis er 1988 im Zuge der Spielbankenaffäre von seinem Regierungsamt zurücktrat. Damaliger Justizminister war Hans-Dieter Schwind (CDU).</p>
<p>Die Ereignisse wurden 1988 vom Regisseur Herbert Linkesch und Produzent Rudi Reinbold im Dokumentarfilm „Das Celler Loch“ verfilmt.</p>
<p><strong>Literatur</strong></p>
<ul>
<li>Christa Ellersiek, Wolfgang Becker: Das Celler Loch. Die Hintergründe der Aktion Feuerzauber. Verlag am Galgenberg, Hamburg 1987, <a onclick="return mugicPopWin(this,event);" oncontextmenu="mugicRightClick(this);" href="http://www.amazon.de/Celler-Loch-Hintergründe-Aktion-Feuerzauber/dp/3925387307/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1267880151&amp;sr=8-1" target="_blank">ISBN 3-925387-30-7</a>.</li>
<li>Gerhard Wisnewski, Wolfgang Landgraeber, Ekkehard Sieker: Das RAF-Phantom. Knaur, München 1992, ISBN 3-426-80010-1, S. 309 ff.</li>
</ul>
</blockquote>
<p>Bleibt also festzuhalten:</p>
<ul>
<li>der niedersächsische Verfassungsschutz führt zusammen mit der GSG9 unter Mithilfe sogenannter V-Männer einen Bombenanschlag auf eine Justizvollzugsanstalt durch</li>
<li>die damalige Landesregierung, sowie die Anstaltsleitung waren involviert</li>
<li>Beweise wurden fingiert, um den Verdacht in eine andere Richtung zu lenken</li>
<li>eine Person starb indirekt an den Folgen dieser False-Flag Operation</li>
</ul>
<p>Das ist nur ein Beispiel von vielen, die man ertsmal nicht abgenommen bekommt, wenn man sie erzählt (&#8222;sowas würde die Regierung oder der Verfassungsschutz doch nie machen&#8220; oder &#8222;da sind doch so viele Leute involviert &#8211; da muss doch jemand auspacken&#8220; bekommt man dann meist zu hören <img src='http://s1.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  ). Und doch ist es genau so passiert&#8230;</p>
<p>More to come.</p>
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